Dortmunder Instagram-Influencerin wird wegen Betrugs gesucht - das ist passiert

mlzBetrugsfälle

Eigentlich sollten Influencer Vorbilder sein. Auf Annika P. aus Hörde trifft das nicht zu. Sie wurde schon mehrmals wegen Betruges verurteilt – und wird aktuell wieder gesucht.

Dortmund

, 23.07.2019, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Dortmunder Musikagentin Annika P. sammelt nicht nur Follower auf Instagram – ihrem privaten Konto folgen in dem sozialen Netzwerk fast 4000 Leute (Stand Montag, 22. Juli, 17 Uhr) und damit etliche mehr als einem durchschnittlichen Privat-Account. Sondern die junge Hörderin hat auch schon einige Einträge im Strafregister. Und aktuell suchen mehrere Behörden nach der jungen Frau.

Annika P. wurde bereits in mehreren Fällen verurteilt, bestätigt Henner Kruse, Sprecher der Staatsanwaltschaft Dortmund. Und nicht nur das: Von den Staatsanwaltschaften in Dortmund, Stuttgart, Köln und Düsseldorf werde sie seit mehreren Monaten gesucht. Es stehen laut dem Ermittler Forderungen von mehreren tausend Euro aus.

Schulden bei Studenten

Was ist passiert? Bei Dortmunder Studenten soll die Influencerin laut Kruse einen Film über ihr Leben in Auftrag gegeben haben. Den zuvor angeblich ausgehandelten Lohn von 1299 Euro habe sie aber nie bezahlt, so der Staatsanwaltschafts-Sprecher. In anderen Fällen verkaufte sie laut mehreren Medienberichten Smartphones, die sie jedoch nie verschickt haben soll.

Nicht nur innerhalb von Deutschland soll sie betrogen haben - auch aus Frankreich melden sich nun Geschädigte, weiß Staatsanwaltschafts-Sprecher Kruse. Das Schöffengericht Düsseldorf verurteilte sie bereits Ende 2017 zu einer Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten wegen Betrugs in 13 Fällen.

Kein Haftbefehl

Seit einigen Monaten ist die 26-Jährige in mehreren Städten, darunter Dortmund, nun erneut zur so genannten „Aufenthaltsermittlung“ ausgeschrieben. Kruse erklärt: „Das ist kein Haftbefehl. Wir können sie nicht einfach festnehmen. Wir müssen wissen, wo sie sich aufhält, damit wir den Strafbefehl zustellen können.“

Der Erlass eines Strafbefehls wird von der Staatsanwaltschaft beim Gericht beantragt. Das Gericht kann dadurch bei kleineren Vergehen bei ausreichender Beweislage einen Beschuldigten ohne mündliche Hauptverhandlung schuldig sprechen. In diesem Fall handelt es sich um den Strafbefehl wegen des wohl nicht bezahlten Honorars an die Studenten - siehe oben.

„Annika P. wurde zur Zahlung von 3000 Euro in Tagessätzen zu je 50 Euro verurteilt“, so Henner Kruse. In den weiteren Städten stünden ähnliche Forderungen gegen die 26-Jährige aus.

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