Auch Kindern zwischen zwölf und 17 Jahren wird empfohlen sich impfen zu lassen. © dpa
Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche

Dortmunder Kinderarzt sagt: Eine Empfehlung der Stiko ändert nichts

Die Ständige Impfkommission empfiehlt jetzt, auch Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Für uns ordnet ein Dortmunder Kinderarzt die möglichen Auswirkungen ein.

Die Risiken einer Corona-Infektion seien für Kinder schädlicher als mögliche Nebenwirkungen einer Impfung. Das teilte das Gremium der Ständigen Impfkommission (Stiko) am Montag (16.8.) mit.

Die Stiko ermutigt nun alle Menschen ab zwölf Jahren, sich impfen zu lassen. Zuvor galt die Empfehlung nur für Erwachsene und – unter bestimmten Voraussetzungen – für Kinder und Jugendliche.

Stiko hält es für sinnvoll, Kinder impfen zu lassen

Vorerst handelt es sich dabei um einen Beschlussentwurf, da der offizielle Empfehlungstext noch nicht vorliegt. Unter anderem wegen zu weniger Daten über seltene Nebenwirkungen und ersten Berichten zu Herzmuskelentzündungen in dieser Altersgruppe war bislang von einer Impf-Empfehlung abgesehen worden,

Die Vorteile der Impfung würden das Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen übertreffen, heißt es von der Stiko. Mittlerweile ließe die Datenlage diese Einschätzung zu. Die aufgetretenen Myokarditis-Fälle etwa hätten unkomplizierte Verläufe genommen.

Eltern konnten ihre Kinder schon vor der Empfehlung impfen lassen

Auch Marco Guse, Dortmunder Kinderarzt, hält es für sinnvoll, bereits Kinder ab zwölf Jahren gegen das Coronavirus zu impfen. Dass die Empfehlung der Ständigen Impfkommission mehr Eltern dazu bringen wird, ihre Kinder impfen zu lassen, bezweifelt er allerdings.

Bereits vor der offiziellen Empfehlung war es Eltern möglich, ihr Kind impfen zu lassen – auch wenn es keine Vorerkrankungen hat. „Ob ein Kind geimpft wird oder nicht, ist eine sehr individuelle Entscheidung, die von den Eltern mit dem Arzt abgewogen werden muss.“ Daran ändere auch die Empfehlung der Stiko nichts.

Impfung soll freie Entscheidung bleiben

Er betont außerdem, wie wichtig es sei, dass auch in Zukunft die Impf-Entscheidung eine freie Entscheidung bleibe. „Kinder dürfen nicht gesagt bekommen: Du bist nicht geimpft, also darfst du nicht an der Schule teilnehmen. Es ist schade, wenn Menschen sich nicht impfen lassen möchten, aber das müssen wir als demokratische Gesellschaft akzeptieren“, sagt Marco Guse.

Auch die Ständige Impfkommission sprach sich „ausdrücklich dagegen aus, dass bei Kindern und Jugendlichen eine Impfung zur Voraussetzung sozialer Teilhabe gemacht wird.“

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