Kult-Bude hat wieder geöffnet – kämpft aber gegen erschwerte Bedingungen

mlzSaarlandstraße

Ein Stück Budenkultur ist aus der Pandemie-Pause zurückgekehrt. Wie alle gastronomischen Betriebe unterliegt 116einhalb strengen Corona-Auflagen - und hat mit weiteren Schwierigkeiten zu kämpfen.

Dortmund

, 17.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich hätte die Wiedereröffnung drei Tage früher stattfinden sollen. Es wäre der perfekte Zeitpunkt gewesen. Doch witterungsbedingt kam es anders. Erst am Samstag fand die Wiedereröffnung statt.

Geplant war die Rückkehr der Kult-Bude „116einhalb“ in der Saarlandstraße aus der Corona-Pause für den Mittwoch davor - die Wiedereröffnung hätte exakt 116 Tage nach der Schließung stattgefunden. Doch das Wetter spielte nicht mit und so kam es eben anders.

Bude kehrt mit Auflagen aus der Pause zurück

Die Kunden konnten den Neustart kaum erwarten. „Es war direkt gut besucht. Die Leute freuen sich einfach, wieder ihren Treffpunkt zu haben“, freut sich Nico Nahalewicz, der seine Frau Corinna beim Betrieb des Kiosks unterstützt.

Betreiberin Corinna Nahalewicz und Ehemann Nico sind einfach nur froh, wieder Gäste empfangen zu dürfen. „Es war ein schönes Gefühl, dass wir wieder offen haben“, sagt Nico Nahalewicz, „wir haben uns sehr gefreut“.

Corinna Nahalewicz empfindet das genauso: „Wir haben wieder geöffnet, obwohl wir wegen der Auflagen nur die Hälfte des Umsatzes machen“, sagt sie und fügt an: „Wir machen es eher aus Liebe zu den Kunden.“

Die Dortmunder Kult-Bude ist zurück aus der Corona-Pause.

Die Dortmunder Kult-Bude ist zurück aus der Corona-Pause. © Wenz

Zwar ist das 116einhalb nun zurück aus der Corona-Pause, doch das bedeutet auch, dass strenge Auflagen erfüllt werden müssen. „Wir haben jetzt immer eine Besetzung von zwei bis drei Leuten, normalerweise reichen ein bis zwei, abhängig vom Tag und vom Wetter“, berichtet Nico Nahalewicz. „Außerdem müssen wir deutlich mehr desinfizieren. Da ist der Aufwand schon ziemlich gestiegen.“

Außerdem fallen geplante Events den Hygieneauflagen zum Opfer. Bis mindestens September werden wohl keine Veranstaltungen rund um die Bude stattfinden.

Abstandsanzeiger gehören zum Hygienekonzept von 116einhalb.

Abstandsanzeiger gehören zum Hygienekonzept von 116einhalb. © Henkel

Der Weg bis zur Wiedereröffnung war ebenso steinig wie für alle anderen Gastronomiebetriebe auch. Fast vier Monate lang fehlten die Einnahmen aus dem Kioskbetrieb. Mithilfe der staatlichen Corona-Soforthilfe und der Einnahmen aus der Arbeit von Nico Nahalewicz, der in einem Bürojob tätig ist, gelang es, die Pause zu überbrücken. Trotzdem sei es eine Belastung gewesen, wie Nico Nahalewicz sagt.

Betreiber haben eine schwierige Phase hinter sich - und eine vor sich

Eine schwierige Phase liege hinter Nico und Corinna Nahalewicz - und eine schwierige Phase könnte auch vor den beiden Budenbetreibern liegen. „Es kann sein, dass wir in den nächsten Wochen kein Abwasser produzieren dürfen. Die Leitungen werden erneuert“, erzählt Nico Nahalewicz.

Er hofft auf eine Zwischenlösung mit Containern. Andernfalls müssen sie eine Alternative finden.

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Ohnehin macht den Geschäften der Saarlandstraße die Baustelle vor der Tür zu schaffen. Für das 116einhalb gilt das jedoch nur bedingt: „Die Baustelle ist für uns Fluch und Segen zugleich“, sagt Nico Nahalewicz.

Die Baustelle ist eine Belästigung, schafft aber auch Möglichkeiten

Durch die Hygieneauflagen musste das Stehplatzprinzip, das die Bude auszeichnete, zugunsten von Sitzmöglichkeiten aufgegeben werden. Hier half die Baustelle:

Durch die Mindestabstände zwischen den Tischen finden insgesamt weniger Leute am 116einhalb Platz. Doch die Baustelle ermöglicht, dass die Parkplatzflächen mitbenutzt werden können. Kehrseite der Baustelle sei allerdings die hohe Lärm- und Staubbelästigung.

Die Bude befindet sich mitten in der Baustelle in der Saarlandstraße.

Die Bude befindet sich mitten in der Baustelle in der Saarlandstraße. © Henkel

Dennoch ist Corinna Nahalewicz froh, wieder hinter dem Tresen zu stehen: „Es ist schön, wieder mit den Kunden ins Gespräch zu kommen und wieder Teil der Saarlandstraße zu sein.“ Und auch die Bewohner der Straße dürften das ähnlich sehen: Nach mehr als 116 Tagen haben sie ihren Treffpunkt zurück.

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