Kneipenkult und Gitarren: Dortmunder reicht Musical als Masterarbeit ein

mlz„Zum Ewigen Knecht"

Ein Master-Absolvent der FH-Dortmund stellt in seinem Abschlussfilm die Vorzüge und Eigenheiten von Dorf- und Stadtleben gegenüber. Mittelpunkt der Geschichte ist eine Kneipe im Ruhrgebiet.

von Daniel Reiners

Dortmund

, 08.09.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Geschichte dieses Films lässt sich in zwei Sätzen erzählen: Der 22-jährige Karl arbeitet seit seiner Kindheit in der Dorfkneipe „Zum Ewigen Knecht", die von seiner Mutter Erika und deren Lebensgefährten Werner geführt wird. Als Karl eines Tages verkündet, in die Großstadt zu ziehen, gerät das ganze Dorf in Aufruhr.

Jetzt lesen

„Zum Ewigen Knecht" heißt in der realen Welt „Haus Fey", gilt als Bochumer Traditionskneipe und diente dem Dortmunder Regisseur Jakob Reuter als Hauptschauplatz für seinen ersten Spielfilm, der wiederum seinen Masterabschluss für den Studiengang „Film und Sound" an der Fachhochschule Dortmund darstellte.

Zusammenarbeit zwischen Regisseur und lokaler Band

Zusammen mit der Dortmunder Band „Dieselknecht" hatte Reuter seine Geschichte rund um die unterschiedlichen Dorf, Stadt- und Kneipenkulturen konzipiert und sich dabei an bereits bestehenden Songs der Dortmunder Band orientiert. Heraus kamen Film-Dialoge, die ständig umrahmt sind von musikalischen Klischees - ebenso klischeehaft, wie die Bildsprache des Filmes.

Das ist laut Reuter allerdings genau so gewollt; der Regisseur habe das Spiel mit dem Klischee bewusst in seiner Dramaturgie und Bildsprache verankert. Gedreht wurde an Schauplätzen im Sauerland und in Dortmund für die Außenszenen sowie in Bochum mit dem „Haus Fey" als Familienlokal des Protagonisten der Geschichte.

„Tagsüber haben wir im Haus Fey gedreht, abends wurde wieder Bier ausgeschenkt“, erzählt Regisseur Reuter. Die Gäste an der Theke seien dabei stets dieselben geblieben. „Die Stammgäste von Haus Fey sind Teil des Films, ebenso wie die Wirtin.“

Karl (Maximilian Wex) zieht es aus der Dorfkneipe in die Großstadt. Mutter Erika (Sabine Müller) ist in heller Aufregung. (Filmszene aus „Zum Ewigen Knecht")

Karl (Maximilian Wex) zieht es aus der Dorfkneipe in die Großstadt. Mutter Erika (Sabine Müller) ist in heller Aufregung. (Filmszene aus „Zum Ewigen Knecht") © Ruhrfolk

Dort, wo der Film bisher gezeigt wurde, spielte „Dieselknecht“ anschließend oft ein Live-Konzert. So etwa beim „Fiege Open Air Kino“ in Bochum und auch beim „PSD Bank Kino“ im Dortmunder Westfalenpark im August 2020. Dort hatte die FH Dortmund den Film präsentiert.

FH Dortmund stellte Equipment - Regisseur plant abendfüllenden Film

Nach Reuters Angaben stellte die Fachhochschule Dortmund einen für das Projekt wichtigen und großen Teil des Equipments zur Verfügung. „Im Fachbereich Design gibt es zudem die Filmwerkstatt mit Studio, Schnittplätzen, Tonmischung und Farbkorrektur", so Reuter. Das sei wie ein „wahr gewordener Traum" für jeden Filmemacher gewesen.

Für die Zukunft plant der 31-jährige Dortmunder bereits einen neuen Film, der wieder Musical-Charakter haben soll. Mit seiner aktuellen Referenz „Zum Ewigen Knecht" hofft der Regisseur nun, weiträumig auf sich aufmerksam machen zu können. So sei eine Kino-Tour im Gespräch, ebenso wie Kneipen-Themenabende und Gastauftritte anderer Musiker. Zudem habe Reuter den Film bei mehreren Festivals eingereicht.

Weitere Informationen sowie der Trailer zu „Zum Ewigen Knecht" sind zu finden unter www.zumewigenknecht.com. Informationen zur Band Dieselknecht sind zu finden unter www.dieselknecht.com.
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt