Dortmunder Musiker: Haare ab für den Tierschutz!

mlzVerrückte Aktion

Der Dortmunder Musiker Sascha Salvati meint es ernst: Er will sich von seiner mühevoll gezüchteten Mähne trennen. Damit er das tut, muss eine Bedingung erfüllt sein – und alle können mitmachen.

Dortmund

, 03.08.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Es gibt nur zwei Gruppen, die keine Stimme haben: Tiere und Kinder. Deshalb müssen wir uns für sie einsetzen“, findet Sascha Salvati (34). Er ist Botschafter für den Verein Help and Hope und Mitglied des Dortmunder Tierschutzvereins Arche 90. Vor kurzem bekam er einen Hilferuf von der Organisation „Arme Socken“. Die kümmert sich um Straßenkatzen und andere verwahrloste Tiere. Aktuell gehen die Tierarztkosten durch die Decke.

Deshalb greift Salvati nun zu drastischen Mitteln – er will sich von seiner Mähne trennen. „Wenn du irgendwen fragst, ob du dir die Haare abschneiden sollst, sind die Leute fast alle entsetzt. Ich dachte mir, dass ich diese Reaktionen gut nutzen kann, um mit meinem Anliegen an die Öffentlichkeit zu gehen. Die Leute kennen mich nur mit meinen langen blonden Haaren. Auch als Musiker bin ich auf Youtube mit meiner Frisur zu sehen. Ich werde meine Haare garantiert vermissen, doch die Tiere sind es mir definitiv wert.“

„Jeder Euro zählt“

Wenn bis zum Donnerstag, dem 8. August, 1500 Euro an den Verein gespendet werden, wird sich Salvati von seinen Haaren verabschieden. „Jeder Euro zählt. Wenn alle nur ein bisschen spenden, schaffen wir dieses Ziel sicherlich. Jeder, der ein Haustier hat, weiß, wie teuer Tierarztkosten sind und wie viel Zeit man für ein krankes Tier aufwenden muss. Der Verein hat aber nicht nur ein Haustier, sondern kümmert sich um sehr viele Tiere, und die müssen alle versorgt werden. Die Menschen machen das alles ehrenamtlich – deshalb ist es wichtig, ihnen unter die Arme zu greifen.“

Mit den Spenden werden Straßenkatzen kastriert, aber auch kranke Tiere gepäppelt. Häufig werden die aus schlechter Haltung gerettet. „In letzter Zeit werden den Organisationen aber auch häufiger dehydrierte Eichhörnchen gebracht. Bei den aktuellen Temperaturen finden die Kleinen einfach nicht genug Wasser“, erzählt Salvati.

„Immer wieder wird von leidenden Tieren in Kroatien, Rumänien oder Spanien berichtet. Die Leute übersehen häufig, dass es auch in Deutschland Brennpunkte gibt. Hier gibt es genauso ‚Arme Socken‘ die unsere Hilfe brauchen.“

Viele Tierschicksale auch in Dortmund

Salvati hat schon so manche Fälle mitbekommen. Da werden Bienenstöcke angezündet, Pferde vergewaltigt und angefahrene Hunde mit zertrümmerten Beinen auf der Straße liegen gelassen. Andere bringen das verletzte Tier lieber gleich ganz um: „Vor einer Weile wurde eine Katze angefahren. Die humpelte dann über die Straße. Der Mann, der sie angefahren hat, nahm eine Eisenstange und knüppelte das Tier tot. Der Tierarzt stellte fest, dass die Katze nicht hätte sterben müssen – die Verletzungen durch den Unfall selbst wären nicht so gravierend gewesen.“

Aktuell betreut der Verein unter anderem eine Katze, die absichtlich vier Wochen lang in einem Keller eingesperrt wurde. Da sie durstig und hungrig war, versuchte sie durch das Kellerfenster zu schlüpfen und riss sich dabei den Rücken auf. Sie wurde zwölf Tage lang in der Tierklinik behandelt – allein dieser Fall kostete den Verein bisher 900 Euro. Auch ein Katzenbaby ist in der Obhut des Vereins – das wurde im Alter von gerade einmal zwei Wochen einfach im strömenden Regen ausgesetzt.

Auf Facebook sucht Salvati nun nach Menschen, die den Verein bei der Versorgung solcher Fälle unterstützen. Kommen genug Spenden zusammen, geht Salvati zum Friseur.

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