Dortmunder nehmen Spende für Krankenhaus-Projekt entgegen

mlzProjekt: Krankenhaus

Für diese Spende musste ein garagentorgroßes Loch in die Wand gestemmt werden: Ein Schwerter Krankenhaus spendete für das Dortmunder Krankenhaus-Projekt in Ghana ein schweres Gerät.

Kreuzviertel

, 02.08.2019, 17:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es gibt Geschäfte, die werden am Beckenrand im Schwimmbad gemacht. Manchmal sogar ein tonnenschweres – wie im Bewegungsbad des Marienkrankenhauses in Schwerte. Ein Notstromaggregat mit riesigem Schiffsdiesel wechselte dort den Besitzer. Zum Nulltarif.

Jetzt ist es auf dem Weg zu einem Krankenhaus, das der Dortmunder Arzt Dr. Samuel Okae am Rande der ghanaischen Hauptstadt Accra aufbaut.

Der Zufall hatte den Dortmunder Arzt vor einigen Monaten an dem Therapiebecken mit der Physiotherapeutin Vanessa Griewel zusammengeführt, deren Mutter Petra Griewel ehrenamtlich das Krankenhausprojekt unterstützt.

Spontane Frage führte zur Spende

Die Dortmunderin Petra Griewel fragte den Technischen Leiter des Marienkrankenhauses Werner Adrian, ob er nicht ein technisches Gerät für das Projekt in Ghana übrig habe. Nein, das nicht. Aber ein gewaltiges Notstromaggregat, das durch ein leistungsfähigeres Gerät ersetzt worden war, weil seine 200 Kilowattstunden nach der Modernisierung von Stationen nicht mehr ausreichten. Klinikchef Jürgen Beyer gab sein Okay für die Spende.

In dem Vorort von Accra, wo auf den Krankenhaus-Neubau derzeit das Dach aufgelegt wird, wird das funktionsfähige Gerät wirklich gebraucht.

Strom fällt in Ghana außerhalb der Regenzeit oft aus

90 Prozent der Stromversorgung in seinem Heimatland – so erzählt Dr. Samuel Okae – werde durch Wasserkraftwerke erzeugt. Das funktioniert, wenn zweimal im Jahr die Regenzeit einsetzt: „Außerhalb dieser Zeiten ist die Stromversorgung in Ghana miserabel.“ Mal werde die eine, dann die andere Stadt für Stunden oder Tage von der Stromversorgung abgestellt. Ein unhaltbarer Zustand für eine Klinik, nicht nur im Operationssaal.

Im Gegenzug zu dem drei Tonnen schweren Geschenk übernahm der Dortmunder Verein „Krankenhaus für Ghana“ den kniffligen Ausbau des Gerätes. Da der Weg, durch den der Deutz-Motor in den 1970er-Jahren mal hereingekommen war, längst verbaut war, musste ein Durchbruch in die Rückwand gestemmt werden.

Dortmunder nehmen Spende für Krankenhaus-Projekt entgegen

Letzte Absprachen für den Ausbau des alten Notstromaggregats des Marienkrankenhauses Schützenstraße trafen am Donnerstag (1.8., v.l.) Petra Griewel, Dr. Samuel Okae und der Technische Leiter der Klinik, Werner Adrian. © Reinhard Schmitz

Zentimeterarbeit war am Freitag (2. 8.) bei dem Abtransport gefordert. Als alle Befestigungen durchtrennt waren, nahm ein Mobilkran der Firma Alborn das vier Meter lange Notstromaggregat an sein Traggeschirr. Während unter das hintere Ende kleine Eisenräder geschoben wurden, zog der Kran den Koloss vorsichtig Stück für Stück ins Freie. Anschließend schwebte er über das Dach der benachbarten Schwerter Arztpraxis auf die Ladefläche eines Lkw, da mächtige alte Eichen auf dem Krankenhausgelände einen anderen Schwenk verhinderten.

Geldspenden müssen die Transportkosten finanzieren

Auf dem Hof der Dortmunder Spedition Buttkereit, so berichtet es Petra Griewel, soll das Gerät jetzt mit allen für den Transport entfernten Anbauteilen komplettiert und quasi steckerfertig in einen 40-Fuß-Container gepackt werden. Zusammen mit weiteren Containern voller Praxismobiliar, Sterilisationsanlage und Fliesen wartet der auf die Verschiffung nach Afrika.

Für den Verein bedeutet der Transport eine finanzielle Herausforderung. „Jeder Container kostet 12.000 Euro“, sagt Petra Griewel. Deshalb sei man nicht nur auf Sach-, sondern auch auf Geldspenden angewiesen.

Ziel ist es, Anfang 2020 mit der Ambulanz den Krankenhausbetrieb in Accra zu starten. Dann kann sich der Traum von Dr. Okae erfüllen. Viele Kinder in seinem Heimatland werden wegen unzureichender medizinischer Versorgung nicht einmal fünf Jahre alt. Deshalb möchte der Arzt eine Klinik schaffen, in der keines dieser Kinder mehr abgewiesen wird, weil das Geld für ihre Behandlung fehlt.

Spendenkonto Der Verein „Hile für Krankenhausbau in Ghana e.V.“ benötigt für sein Projekt neben Sach- auch Geldspenden. Er hat dazu ein Spendenkonto bei der Commerzbank eingerichtet. IBAN: DE41440400370322221300 BIC: COBADEFFXXX Weitere Informationen gibt Dr. Samuel Okae, Tel. (0173) 5 72 40 00 oder E-Mail: odurookae@gmx.de. Homepage im Internet auf www.krankenhaus-ghana.com.
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