Nach hohen Verlusten: Politik entscheidet über Umgang mit dem Deutschen Fußballmuseum

mlzKosten-Frage

Die Dortmunder Lokalpolitiker haben eine Entscheidung über die Kosten für das Deutsche Fußballmuseum gefällt. Es geht um die Frage, ob die Stadt weiterhin Verluste des Museums ausgleicht.

Dortmund

, 06.02.2020, 18:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Finanzausschuss hat am Donnerstag (6.2.) über die Zukunft des Deutschen Fußballmuseums diskutiert und dabei die Weichen für eine abschließende Entscheidung gestellt. Diese fällt am 13. Februar (Donnerstag) der Rat der Stadt Dortmund. Die Positionen in den Ausschüssen entsprechen in der Regel dem Abstimmungsverhalten im Rat.

Die Tendenz steht fest: Die Stadt Dortmund wird weiterhin die Verluste des Museums ausgleichen. Im Gegenzug muss dessen Geschäftsführung künftig alle drei Monate Bericht über die wirtschaftliche Lage erstatten. Die Berichte werden nicht öffentlich sein.

Museum ist zu wertvoll, um es nicht zu unterstützen

Die Quintessenz aus einer rund einstündigen Diskussion der Fraktionsvertreter im Finanzausschuss: Das 2015 eröffnete Zentrum für Fußballkultur und -geschichte ist für die Stadt zu wertvoll, um es trotz der gestiegenen Verluste nicht zu unterstützen.

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Dabei argumentierten CDU und SPD in einem gemeinsamen Antrag mit den hohen Besucherzahlen von rund 200.000 pro Jahr und der hohen Wertschöpfung, die das erzeuge.

Grüne, Linke und Piraten zweifelten an, dass die Umsätze in Hotellerie und Gastronomie unmittelbare Auswirkungen auf den städtischen Haushalt hätten. Von allen Fraktionen gab es massive Kritik an der Informationspolitik der Stadt Dortmund.

Bis zu 900.000 Euro aus städtischem Haushalt

Deshalb werden für die Jahre 2020 und 2021 maximal 900.000 Euro für den Verlustausgleich an das DFB-Fußballmuseum gezahlt. Die regelmäßigen Quartalsberichte im Ausschuss sollen dabei vorab klären, wie viel Geld letztlich wirklich erforderlich ist.

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Eine weitere Neuerung hat sich laut Stadtdirektor Jörg Stüdemann in Gesprächen mit den Mitgesellschaftern DFB und DFL ergeben. Auf Vorschlag von DFL-Geschäftsführer Peter Peters sei die Idee entstanden, ein Kuratorium für das Fußballmuseum einzurichten, „das die Entwicklung eng mit begleitet und in dem Menschen aus der Stadtgesellschaft und Vertreter von Unternehmen repräsentiert sind“.

Das Kuratorium könnte im April seine Arbeit aufnehmen, hätte aber nur beratende Funktion. Jörg Stüdemann teilte zudem mit, dass die Stadt Dortmund aktuell die „bilanzielle Belastung“ des Fußballmuseums durch Abschreibungen überprüfe. „Es gibt keine Geheimnisse. Das ist ein Zeichen für einen Stimmungsumschwung. Denn der Blick auf die Abschreibungen wurde vorher kategorisch abgelehnt.“

Hohe Verluste wurden 2019 nach und nach bekannt

Im Herbst 2019 war nach und nach bekannt geworden, dass die Stadt Dortmund entgegen ursprünglicher Angaben schon seit 2017 zusätzliche Zahlungen für den Betrieb des Museums leistet. Zudem war der Verlust der Fußballmuseum-Gesellschaft zuletzt deutlich angewachsen, unter anderem wegen ausbleibender Sponsorengelder.

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Die Stadt Dortmund hat nach eigenen Angaben seit 2009 durch Verlustübernahmen, direkte Zuwendungen, Bereitstellung des Grundstücks sowie die Vermittlung von Sponsoringbeiträgen insgesamt 8,7 Millionen Euro für das Museum bezahlt. Mit dem neuen Beschluss kämen rund 2,5 Millionen Euro in den nächsten zwei Jahren noch hinzu. Der DFB komme auf eine Summe von 25,9 Millionen Euro, heißt es in der Beschlussvorlage.

Schmerzhaft wurde den Ausschussmitgliedern am Dienstag eines deutlich: Sie haben gar keine andere Wahl, als dem Verlustausgleich zuzustimmen. Denn bereits 2009 war zu Beginn der Planungen vertraglich festgeschrieben worden, dass die Stadt Dortmund das Risiko für Verluste größtenteils alleine trägt.

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