Dortmunder Polizei bewertet den Kampf gegen Clankriminalität bisher als erfolgreich

Razzien und Kontrollen

Die Bekämpfung der Clankriminalität ist seit einiger Zeit ein Schwerpunkt der Polizei in Dortmund. Nun legt die Behörde die Ergebnisse zahlreicher Kontrollen der vergangenen Monate vor.

Dortmund, Lünen

, 03.02.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dortmunder Polizei bewertet den Kampf gegen Clankriminalität bisher als erfolgreich

Zoll, Finanzaufsicht, Polizei und die Stadt Dortmund überprüfen seit mehreren Monaten immer wieder Shisha-Bars und andere Einrichtungen, um damit gegen kriminelle Strukturen vorzugehen. © Peter Bandermann

Die Polizei präsentiert in einer Pressemitteilung viele Zahlen zu den Schwerpunkteinsätzen, die seit Beginn des Jahres 2018 in Dortmund und Lünen laufen.

Überschrieben sind diese immer wieder mit Schlagworten wie „Null-Toleranz-Strategie gegen Clankriminalität“ und „Politik der 1000 Nadelstiche“. Polizei, Zoll, Gewerbe-, Ordnungs- und Finanzämtern sowie Bundespolizei arbeiten auf diesem Feld zusammen.

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Polizeipräsident Gregor Lange: „Der Dortmunder Polizei wird die Puste nicht ausgehen.“

Der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange wird wie folgt zitiert. „Die nahezu täglichen Schwerpunkteinsätze gehen einher mit der akribischen Ermittlungsarbeit unserer Fachkommissariate gegen kriminelle Mitglieder dieser Strukturen. Es wird sicher so sein, dass wir auch auf Hindernisse treffen und einen langen Atem brauchen werden. Aber wir machen den Clanmitgliedern unmissverständlich deutlich, dass hier die Gesetze des demokratischen Rechtsstaates gelten und nicht die der Clans.“

Gregor Lange schließt mit den Worten: „Ich kann versprechen: Der Dortmunder Polizei wird die Puste nicht ausgehen. Am Ende werden wir kriminellen Clanstrukturen das Handwerk legen.“

Seit knapp einem Jahr gibt es regelmäßige Schwerpunktkontrollen und Razzien in Shisha-Bars und anderen Einrichtungen in der Dortmunder Nordstadt, zuletzt am 13. Januar. Bereits seit Längerem bekämpft die Polizei in der Nordstadt Straf- und Gewalttäter mit Schwerpunkteinsätzen, Präsenz auf der Straße und zivilen Kräften.

Das sind die Ergebnisse der Schwerpunktkontrollen gegen Clankriminalität seit Anfang 2018

  • Seit Anfang 2018 gab es Kontrollen in 334 gewerblichen Objekten in Dortmund und Lünen. 2512 Personen sind durch die Einsatzkräfte kontrolliert worden.
  • Aus den Kontrollen resultierten rund 157 Strafanzeigen. Nur allein von Juli bis Dezember 2018 sprachen die Einsatzkräfte der Polizei 170 Platzverweise in diesem Zusammenhang aus.
  • „Die intensiven Ermittlungen durch Fachkommissariate der Dortmunder Kriminalpolizei führten bei Dutzenden führenden Köpfen der Szene von Juni 2015 bis Ende 2018 bislang zu insgesamt 482 Jahren und 9 Monaten Freiheitsstrafe“, schreibt die Polizei.
  • Die Behörde stellt „Verunsicherung und Reaktionen in der Szene“ fest. Mehrere Shisha-Bars, die als Rückzugsorte für Clanmitglieder galten, blieben geschlossen oder stellten ihren Betrieb in Dortmund ein.
  • Es gab gegen 31 Betreiber von Shisha-Bars Ordnungsverfügungen zur Einhaltung des Nichtraucherschutzgesetzes und wegen festgestellter Verstöße gegen diese Verfügungen Zwangsgelder in Höhe von bislang 136.800 Euro. 117 Ordnungswidrigkeitsanzeigen mit Bußgeldandrohungen in Höhe von bislang 79.850 Euro wurden erstattet. In zwei Fällen wird geprüft, ob den Betreibern das Gewerbe komplett untersagt werden kann.
  • Bereits im Juli 2018 hatte die Polizei erste Ergebnisse der Kontrollen vorgestellt.

Bei Einsatz am 26. Januar werden Bargeld und Kokain im Wert von 300.000 Euro gefunden

Zuletzt sei der Dortmunder Polizei am 26. Januar ein „empfindlicher Schlag“ gegen die Clankriminalität gelungen. Beamte nahmen einen 23-jährigen Mann fest, in dessen Auto Kokain und Bargeld im Gesamtwert von 300.000 Euro gefunden wurden.

In Essen gab es Ende Januar unter Federführung des Innenministeriums eine große Tagung von Kriminalisten zum Thema Clankriminalität. Hierin wurden NRW-weite Zahlen zu Straftaten vorgestellt sowie Strategien und Ursachen diskutiert.

Das Ruhrgebiet gilt als einer der wichtigsten Einflussbereiche von kriminellen Großfamilien. Von sechs Polizeibehörden im Ruhrgebiet liegt Dortmund auf dem vorletzten Platz.

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