Reiterverein Dortmund darf doch nicht an die Bolmke umziehen

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Im Streit zwischen Stadtverwaltung und Naturschützern um den geplanten Umzug des Reitervereins an die Bolmke ändert die Stadtverwaltung überraschend ihre Haltung.

Dortmund

, 07.02.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Update 16.13 Uhr:

„Dass der Plan, an die Bolmke umzuziehen, schwierig würde, war von Anfang an klar“, sagt Alexandra Rabe, Vorsitzende des Dortmunder Reitervereins, zu der Mitteilung der Stadtverwaltung. So kurz nach dieser jüngsten Entwicklung könne sie noch keinen neuen Plan nennen, sagt Rabe am Donnerstag im Gespräch mit dieser Zeitung. „Aber wir prüfen weiterhin alle Möglichkeiten.“

Ein Fußballplatz könnte die Lösung sein

Dazu gehöre auch die von Stadtdirektor Jörg Stüdemann vor wenigen Tagen ins Gespräch gebrachte mögliche Lösung, auf einen eventuell verzichtbaren Fußballplatz in der Nähe des jetzigen Standortes umzuziehen. Auch eine Fusion mit einem anderen Reitverein will Rabe jetzt noch nicht ausschließen.

Dass aus dem Bolmke-Plan nun nichts wird, nimmt Rabe sportlich. Dem Verein gehe es nicht darum, einen möglichst repräsentativen Platz zu erhalten. Jeder andere Ort, der die Voraussetzungen für ein Weiterbestehen des Vereins erfülle, sei genauso gut.

„Wir wollen keine Konfrontation“, sagt die Vorsitzende des Reitervereins

Zu den Voraussetzungen gehören eine nicht zu große Entfernung zum jetzigen Standort, damit die meisten Mitglieder den Umzug auch mitmachen, und eine Größe, die den Reiterverein auch aufnehmen kann. „Wir wollen keine Konfrontation mit künftigen Nachbarn“, betont Rabe.

„Wir wollen eine friedliche Lösung, mit der alle Beteiligten einverstanden sein können.“ Die Entscheidung gegen den Bolmke-Plan nehme sie der Stadt nicht krumm – im Gegenteil, der Verein sei der Stadtverwaltung und speziell dem Liegenschaftsamt sehr dankbar für deren Unterstützung, sagte Rabe am Donnerstag.

Ausgangsmeldung Donnerstag, 11.15 Uhr:

Seit Monaten diskutieren die Stadtverwaltung, der Dortmunder Reiterverein und Naturschützer über den künftigen Standort des Reitervereins: Wenn spätestens im Jahr 2023 der Pachtvertrag des Vereins für den aktuellen Standort an den Westfalenhallen ausläuft, wo soll und kann er dann hin?

Es würde zu lange dauern, den Bebauungsplan zu ändern

Jetzt teilt die Stadtverwaltung mit: Der urspünglich vom Rat beschlossene Plan, den Reiterverein unter Umständen an die Bolmke ziehen zu lassen, wird nicht klappen. Denn der erfordert eine Änderung des Bebauungsplans, der auf der fraglichen Fläche an der Bolmke bisher maximal einen Kleingarten erlaubt, aber keinen Reiterhof mit weitläufig versiegeltem Boden und größeren Gebäuden.

So eine Änderung ist immer ein langwieriges Verfahren. Durch den zu erwartenden Widerstand von Naturschützern gegen die Änderung würde das Verfahren noch länger dauern, teilte die Stadt auf Anfrage unserer Redaktion mit. Mindestens bis 2025 oder 2026. Doch so viel Zeit bleibt dem Reiterverein nicht mehr, dessen aktueller Pachtvertrag spätestens 2023 endet. Daher sei dieser Plan nun hinfällig, sagt die Stadt.

Es sei „mit großem Widerstand zu rechnen“, sagt die Stadt

Im vergangenen Juli hatte der Rat der Stadt beschlossen, den Umzug des Vereins auf die Fläche zwischen der Bolmke und den Kleingartenvereinen an der Stockumer Straße vorzubereiten.

Doch jetzt sei „mit großem Widerstand“ zu rechnen, wenn der Plan weiter verfolgt würde, teilte Stadtsprecher Michael Meinders mit. Den Widerstand haben mehrere Dortmunder Naturschutzgruppen organisiert, die sich nach dem Ratsbeschluss zur „Allianz für die Bolmke“ zusammengeschlossen hatten.

Darüber hinaus hatte die Stadt dem Verein einen Alternativstandort angeboten: das Grundstück an der Lütgenholthauser Straße in Löttringhausen, auf dem bereits ein Reiterhof steht und dessen Besitzer ihn verkaufen will. Diese Alternative hat der Reiterverein kürzlich abgelehnt, aus Sorge, dass die Entfernung zum jetzigen Standort zu einem zu großen Mitgliederverlust führen würde.

Diese Entscheidung des Reitervereins hatte Kritik hervorgerufen, unter anderem von der SPD-Ortsgruppe Kirchhörde/Löttringhausen, die daraufhin ankündigte, den Umzug des Vereins an die Bolmke nun nicht mehr zu unterstützen. Das habe den zu erwartenden Widerstand gegen den Bolmke-Plan intensiviert, argumentiert die Stadt.

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