Die Vorstandsmitglieder des Dortmunder Reitervereins, (v.l.) Simone Scariot, Stephanie Schefke, Alexandra Rabe suchen nach einem geeigneten Grundstück. © Jörg Bauerfeld

Dortmunder Reiterverein vor dem Aus? „Haben den Schlüssel schon in der Hand“

Der Dortmunder Reiterverein muss sein Domizil räumen. Seit Jahren suchen Stadt und Vorstand nach einem neuen Standort. Die Stadt hat jetzt aufgegeben. Doch was bedeutet das für den Verein?

Mitte 2023 ist die Galgenfrist vorbei. Dann muss der traditionsreiche Dortmunder Reiterverein sein rund 15.000 Quadratmeter großes Areal Am Rabenloh gegenüber dem Signal Iduna Park räumen. Die Westfalenhallen GmbH braucht die Fläche für ihre Expansion und damit für die nachhaltige Sicherung des Messestandorts Dortmund.

Das ist nicht erst seit gestern bekannt. Seit sechs Jahren und seit 2017 mit Unterstützung der Stadtverwaltung sucht der Vorstand des 1906 gegründeten Vereins nach einem neuen Standort im Stadtgebiet; denn auch aus Sicht des Reitervereins ist die bestehende Anlage nicht mehr zeitgemäß.

Es fehlen Weideflächen in unmittelbarer Nähe, und die beiden Reithallen sowie die Stallungen auf dem Gelände haben erheblichen Sanierungsbedarf. Eine Fusion mit einem bestehenden Verein oder die gemeinsame Nutzung eines Standortes sind nach Auskunft des Dortmunder Reitervereins wegen fehlender Optionen kein realistischer Weg.

Mehr als ein Dutzend Vorschläge verworfen

Doch auch die Standortsuche wurde in der Vergangenheit immer wieder von Misserfolgen begleitet. Insgesamt wurden nach Vorschlägen des Vereins und der Verwaltung gemeinsam über ein Dutzend Standorte in der Vergangenheit beurteilt.

Der potenzielle Standort Stockumer Straße/Bolmke wurde der Politik im Herbst 2018 zur Entscheidung vorgelegt. Die Fläche erwies sich als politisch nicht mehrheitsfähig. Umwelt- und Naturschützer liefen dagegen Sturm.

Ein weiterer aussichtsreicher Standort wurde in Kleinholthausen identifiziert. Diese Möglichkeit habe sich jedoch zerschlagen, weil sich keine grundstücksrechtlichen Regelungen erzielen ließen, teilte die Stadtverwaltung mit. Mal waren es Ausgleichsflächen an der TU Dortmund, mal Frischluftschneisen die erhalten bleiben müssen, die Pläne platzen ließen.

Häufig fehlendes Baurecht

Weitere Standortoptionen kamen aufgrund fehlenden Baurechts und aus naturschutzfachlicher Sicht nicht infrage. Dies gelte insbesondere auch für Flächen auf einem Hof in Menglinghausen und an der Zillestraße.

„Es ist bei jeder Entscheidung zur Verlagerung des Dortmunder Reitervereins zu beachten, dass für eine Fläche, die planungsrechtlich im Außenbereich liegt, die Aufstellung eines Bebauungsplanes erforderlich ist. Erfahrungsgemäß dauern Planverfahren mehrere Jahre“, erläutert die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung.

Die Verwaltung müsse daher feststellen, „dass es trotz vielfacher Bemühungen nicht gelungen ist, für den Dortmunder Reiterverein eine geeignete Alternative zum Standort Am Rabenloh zu finden.“ Über den Sachverhalt werde der Rat schriftlich informiert.

Jeden grünen Fleck bei Google angesehen

Doch trotz dieser Hiobsbotschaft will der Verein nicht aufgeben. „Wir haben den Schlüssel zum Abschließen in der Hand“, sagt dazu die Vorsitzende Alexandra Rabe, aber noch sei nicht aller Tage Abend.

Der Verein selbst suche jetzt seit sechs Jahren nach einem neuen Zuhause. Benötigt werden vier bis sechs Hektar, gern auch mehr. „Wir sind bei Google auf jeden grünen Fleck gegangen“, sagt die Vorsitzende. Und noch habe man ein, zwei Eisen im Feuer.

Viele Anfragen

Gesucht wird vor allem im Stadtbezirk Hombruch; denn für die Reitschüler, die den Verein teilweise mit dem Rad anfahren, komme eigentlich nur eine Fläche im Dortmunder Süden in Betracht, so Alexandra Rabe. Vielleicht auch im Osten oder Westen, da käme es aber auf die Erreichbarkeit an. Ein ehemaliger Bauernhof wäre die ideale Lösung.

„Als Privatpferde-Reiter könnte ich mein Pferd irgendwo unterstellen“, sagt die Vereinsvorsitzende, „doch es geht um die Schulpferde-Reiter und die Kinder, die das bezahlbare Reiten kennenlernen sollen. Wir haben unfassbar viele Anfragen.“

Die Kontaktdaten

Hier sucht der Verein

  • Von Marten entlang der A45 bis zum Dreieck Dortmund / Witten (A45, A44) oder im Dortmunder Süden mit Hombruch, Lücklemberg, Höchsten, Wellinghofen.
  • Benötigt wird Platz für 40 Einstellboxen, ein Führplatz, ein Reitplatz und eine Reithalle sollten vorhanden (oder nachrüstbar) sein.
  • Kontakt: Dortmunder Reiterverein e. V., Im Rabenloh 8, 44139 Dortmund
    Tel. (0231) 12 53 43
    Fax. (0231) 912 59 95
    E-Mail: kontakt@do-rv.de
Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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