Dortmunder scheuen das Risiko im Casino

DORTMUND Die Roulette-Kugel kommt im Casino Hohensyburg nur langsam ins Rollen. Der Bruttospielbetrag, das Geld, das nach der Gewinn-Ausschüttung der Spielbank bleibt, sank bereits 2007 von 66,75 Mio. auf 59,87 Mio. Für 2008 setzt sich dieser Trend wohl fort.

von Von Achim Roggendorf

, 24.07.2008, 11:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
<p>Am 28. Juni rollt die Kugel im Casino Hohensyburg bereits seit 23 Jahren. dpa</p>

<p>Am 28. Juni rollt die Kugel im Casino Hohensyburg bereits seit 23 Jahren. dpa</p>

Gleichwohl wollte sich die Spielbank nicht in die Karten schauen lassen. Genaue Zahlen gebe man traditionell nur einmal im Jahr bekannt, hieß es auf Nachfrage. Im Vergleich zur Konkurrenz scheint die Lage am Casino Hohensyburg aber nicht so dramatisch zu sein. So hatte der Chef der Arbeitsgemeinschaft der Spielbanken, Matthias Hein, kürzlich in einem Interview den Teufel an die Wand gemalt. Seinen Aussagen zufolge steht jedes dritte der insgesamt 63 Casinos in Deutschland massiv unter Druck, weil die Spieler ausbleiben. Das liege vor allem an den verschärften Auflagen der Länder, die das Glücksspiel regelten; zudem mache den Spielbanken das Rauchverbot zu schaffen. Am Casino Hohensyburg wollte man die Probleme zwar nicht kleinreden. Vor allem die Einlass-Kontrolle für das Automatenspiel wirke sich negativ aus. Allerdings sei kein Arbeitsplatz in Gefahr.

Trotzdem könnte die anhaltende Pechsträhne der Casino-Betreiber die öffentliche Hand schwer treffen, denn die Steuer- und Abgabenlast der behördlich konzessionierten Betriebs lag zuletzt bei 80 Prozent des Bruttospielertrags (Einsatz minus Gewinne).

Auch wenn die Spielernaturen vorsichtiger geworden sind. Ein Spiel lässt die Kassen des Casinos nach wie vor klingeln: Poker. Das amerikanische Kartenspiel wird längst nicht mehr nur in verrauchten Hinterzimmern von dunkeln Gestalten mit Zigarettenstummeln im Mundwinkel gespielt. Das federt die Verluste beim Automatenspiel ab.

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