Dortmunder Schulen stehen beim Coronaschutz auf dem Prüfstand

mlzLüften gegen Corona

Regelmäßiges Lüften empfehlen Experten zum Schutz vor Corona. Die Stadt Dortmund geht zu Herbstbeginn der Frage noch, ob das an allen Schulen möglich ist. Dabei gibt es Ärger mit dem Land.

Dortmund

, 01.10.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das „Horrorszenario“ ist bislang ausgeblieben: Dass wegen Corona-Infektionen ganze Schulen schließen müssen, war in Dortmund bislang kein Thema.

Es kommt immer mal wieder nur vor, dass einzelne Klassen oder Kita-Gruppen vorsorglich zuhause bleiben müssen – oder auch mal eine ganze Stufe, wie bei einem aktuellen Fall an einer Förderschule im Dortmunder Osten.

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Aktuell sind 6 von 22.000 Kita-Kindern und 42 von 80.000 Schülerinnen und Schülern in Dortmund an Covid-19 erkrankt, berichtete Schuldezernentin Daniela Schneckenburger am Dienstag (29.9.). Das seien weiterhin geringe Zahlen.

Vorbereitungen auf den Herbst

Die Frage ist aber, ob im Herbst die Zahlen auch in Schulen und Kindergärten steigen – und wie man sich dagegen schützen kann. „Wir bereiten uns intensiv auf den Herbst vor“, erläuterte Daniela Schneckenburger.

Ein wichtiges Thema dabei ist das Lüften der Klassenzimmer. Zumindest durch stoßweises regelmäßiges Lüften soll verhindert werden, dass sich Aerosole, die als Haupttransporteur von Coronaviren gelten, in der Raumluft halten. Unter diesem Aspekt werden nun alle Schulen unter die Lupe genommen, kündigte die Schuldezernentin an.

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Die Frage ist dabei, ob und wie die Fenster in den Klassenräumen geöffnet werden können. In einigen Fällen ist das bislang aus Sicherheitsgründen nicht möglich – etwa um ein Herausfallen aus dem Fenster zu vermeiden oder wenn offene Fensterflügel gefährlich in den Klassenraum ragen würden. Jeder Einzelfall müsse abgewogen werden, erklärt Daniela Schneckenburger.

Unmut über Umfrage des Landes

Verwundert und verärgert ist man bei der Stadt Dortmund in diesem Zusammenhang einmal mehr über das Vorgehen des Landes, das alle Schulleitungen angeschrieben hat. Danach wurde bei 26 Schulen in Dortmund ein „Überprüfungsbedarf“ festgestellt.

In Dortmund gibt es mehr als 170 Schulen in städtischer Trägerschaft, die über das Schulverwaltungsamt und die städtische Immobilienwirtschaft betreut werden.

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Was in der Stadtspitze für Irritationen sorgt: Das Land ist zwar Vorgesetzter der Lehrerinnen und Lehrer und damit auch der Schulleitungen, für die Gebäude ist allerdings die Stadt als Schulträger zuständig.

Dass NRW-Schul- und Bauministerium mit ihren Nachfragen den Weg über die Schulleitungen gegangen sind ohne die Schulträger einzubinden, sorgt deshalb für Ärger. „Da kann man schon von Organisationsversagen sprechen“, schimpft Oberbürgermeister Ullrich Sierau.

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