Dortmunder SPD-Kandidat Sierau ritt Attacken gegen Konkurrent Pohlmann

DORTMUND Die Parteitags-Regie ließ die Scheinwerfer kreisen, schickte den EM-Hit von Christina Stürmer "Wir haben Fieber" durch die Lautsprecher und die Jusos mit roten Schildern "Ulli wählen" durch die Tischreihen der 290 Delegierten.

von Von Gaby Kolle

, 24.03.2009, 22:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dortmunder SPD-Kandidat Sierau ritt Attacken gegen Konkurrent Pohlmann

Jubel nach der 40-minütigen Rede von SPD-OB-Kandidat Ullrich Sierau (Mitte) und demonstrativer Schulterschluss mit Fraktionschef Ernst Prüsse (l.) und Parteichef Franz-Josef Drabig.

Der Kandidat, der mit dem Fahrrad in den Goldsaal der Westfalenhalle angereist war, hatte dabei "Rückenwind" gespürt und "Gegenwind, wenn es bergauf ging" - den "Wind des Wandels", des Strukturwandels, den die Sozialdemokraten erfolgreich in Dortmund organisiert hätten. Zu den Grundlagen gehöre auch die kommunale Unternehmensfamilie, betonte Sierau: "Das ist der richtige Weg, nicht Privat vor Staat". Wer Wandel wolle "soll bei uns mitmachen, und damit basta.""Blödsinnige Filzdebatte" nur ein "Popanz"

Sierau geißelte die "blödsinnige Filzdebatte" als "Popanz" der Schwarzen und verteilte kräftige Seitenhiebe gegen seinen Konkurrenten ums OB-Amt, Joachim Pohlmann (CDU/FDP). Dessen größte Stärke sei die "Ahnungslosigkeit", mit der er im Wahlkampf und bei der Entwicklung der Stadt zu Werke gehe. Das mache ihn zwar sympathisch, "doch wir sind hier nicht bei einer Casting-Show", sagte Sierau, "es geht um die Zukunft der Stadt. Da muss man ein Konzept haben."

"Ulli ist dafür bekannt, dass er Konzepte entwickelt, und das ist in einer Zeit, in der eine Wirtschaftskrise vor der Tür steht, wichtig", hob Franz-Josef Drabig hervor: "Ich bin sicher, dass wir mit Ulli auch den nächsten OB stellen." Wie zuvor Sierau zeigte der Parteichef klare Kante gegen die Opposition, bezeichnete die Ratsfraktionsvorsitzenden Frank Hengstenberg (CDU) und Dr. Annette Littmann (FDP/Bürgerliste) als "Doppelnull".Sozialdemokratische Erfolge beschworen

Parteichef und OB-Kandidat beschworen die sozialdemokratischen Erfolge der Vergangenheit (Sierau: "Dortmund ist ein sozialdemokratisches Modell") und die "organisierte Solidarität" nicht nur angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise.

In Dortmund lebten 800 Menschen die bei Opel in Bochum arbeiteten. Es sei ein "Skandal", so Sierau, dass die selben Menschen, die die Finanzkrise zu verantworten hätten, nun ordnungspolitische Gründe dafür anführten, dass sie Opel nicht helfen wollten. Opel müsse gerettet werden, sagte Drabig, "mit allen Risiken."

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