Dortmunder Surflehrer froh über Rückkehr seiner Schüler

Tourismus in Ägypten

Wegen der Revolution in Ägypten blieben die Gäste aus. Flaute herrschte auch an den den vier Surfstationen des Surflehrers Harry Nass in Dahab. Doch jetzt verspürt der Dortmunder wieder Rückenwind.

DORTMUND/DAHAB

19.04.2011, 07:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Dortmunder Harry Nass betreibt vier Surfstationen am Roten Meer. Nach dem Beginn der Revolution in Ägypten kam es in der Tourismusbranche an der Halbinsel Sinai zu einem Rückgang der Urlauberzahlen - jetzt kehren die Wassersportler in das beliebte Surfer- und Taucherrevier zurück.

Der Dortmunder Harry Nass betreibt vier Surfstationen am Roten Meer. Nach dem Beginn der Revolution in Ägypten kam es in der Tourismusbranche an der Halbinsel Sinai zu einem Rückgang der Urlauberzahlen - jetzt kehren die Wassersportler in das beliebte Surfer- und Taucherrevier zurück.

Längst ist der BVB-Fan Harry Nass aus dem Aufbau-Stadium seines Tourismus-Unternehmens heraus: Der heute 48-Jährige eröffnete 1999 die erste von jetzt vier Surfstationen, an denen er im vergangenen Jahr 6000 Gäste mit Surfmaterial für den Urlaub bei Wind und Welle ausstattete.Dann kamen mit der Revolution die Reisewarnungen für ganz Ägypten. Obwohl die Sicherheit an der Sinai-Halbinsel nicht beeinträchtigt war, stürzte der Aufstand den für das Land so wichtigen Tourismus in eine Krise. Ein Blick in die Branche zeigt: Der Tourismus in Dahab könnte sogar noch bessere Zahlen schreiben, wenn die Fluggesellschaften und Reiseveranstalter nicht mir halber Kraft fahren und somit den Surfstationen nicht den Wind aus den Segeln nehmen würden. Harry Nass: „Gut 50 Prozent der Flüge sind gestrichen. Wir hoffen, dass sich das mit dem Winterflugplan ab Oktober wieder ändert.“

Die gedrosselten Flugpläne sind nur einer von zwei Widerständen, mit denen der passionierte Surfer zurzeit leben muss: Der zweite Widerstand geht von den Gewinnern der Revolution aus. Sie wollen Ausländer aus dem Arbeitsmarkt heraus drängen, verlängern Arbeitserlaubnisse nicht und behandeln Ägypter bevorzugt. Das ist speziell für die Surfstationen des 48-jährigen Dortmunders, der ein Team von 40 Angestellten beschäftigt, ein Problem: Seine Surflehrer müssen teilweise fünfsprachig unterrichten. Derlei Fachkräfte gibt der einheimische Arbeitsmarkt nicht her.

Nach einem extrem schwachen Februar mit drei Gästen und einer 18-Prozent-Auslastung in den Hotels zieht der Tourismus in Dahab jetzt wieder an. „Wir haben draufgezahlt“, sagt Harry Nass über die Folgen der Revolution, doch jetzt drückt der unter Surfern am Roten Meer so geschätzte Dauerwind die vier Station wieder in die Gewinnzone – die Taucher und die Surfer kommen wieder, suchen sich ihre Wege und nutzen einen anderen als den gewohnten Flughafen, um wieder zu kommen. Was irgendwie in der Natur dieser Sportarten liegt: Surfer müssen nach einem Sturz immer wieder aufstehen und Taucher immer wieder auftauchen. Was bei aktuell 25 Grad Wasssertemperatur auch keine Schande ist. 

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