Dortmunder tauschten 2015 noch 1,5 Millionen DM um

Bei der Bundesbank

Die Frage "Haste mal 'ne Mark?" dürfte vielen Jugendlichen nicht mehr geläufig sein. Denn die D-Mark wurde vor 14 Jahren, am 1. Januar 2002, vom Euro abgelöst. Es gibt aber bis heute noch reichlich altes Geld: 2015 tauschte die Bundesbank in Dortmund 1,5 Millionen D-Mark in Euro um. Auch Händler nehmen sie immer mal wieder an.

DORTMUND

, 06.01.2016, 17:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
In der Dortmunder Filiale der Bundesbank wurden 2015 1,5 Millionen D-Mark in Euro umgetauscht.

In der Dortmunder Filiale der Bundesbank wurden 2015 1,5 Millionen D-Mark in Euro umgetauscht.

Die D-Mark mag aus dem Alltag verschwunden sein – in vielen Haushalten existieren aber noch immer Alt-Bestände. Die Deutsche Bundesbank, die DM-Banknoten und -Münzen gebührenfrei in Euro umtauscht, schätzt, dass in Deutschland und im Ausland noch 12,9 Milliarden D-Mark in Umlauf sind.

2015 gab es 4500 Tauschgeschäfte bei der Bundesbank in Dortmund

In der Dortmunder Bundesbank-Filiale am Hiltropwall wurden 2015 rund 4500 Tausch-Geschäfte gezählt: Im Schnitt kamen rund 20 Privatkunden täglich zur Bank, um durchschnittlich 350 D-Mark in Euro umzutauschen. Insgesamt tauschten Kunden in Dortmund somit ihre – wo auch immer gehorteten – Bestände in Höhe von 1,5 Millionen Mark.

Das Geld stamme mehr und mehr aus Nachlässen Verstorbener oder werde beim Aufräumen und bei Umzügen gefunden, heißt es von der Bundesbank. Konjunktur habe der Umtausch gerade an Brückentagen und in Ferienzeiten. Was man halt so macht, wenn man Zeit hat: aufräumen und verstaubte Säckel voller D-Mark ausgraben.

Es gibt aber auch Zufallsfunde wie jenen eines Dortmunder Studenten. Der entdeckte laut Bundesbank am Waldrand ein Sofa, das noch brauchbar war. Darin: einige Tausend DM, die er in Euro umtauschte.

"D-Mark-Wochen" bei Kaufland

Neben der Bundesbank bieten auch Händler ihren Kunden immer mal wieder an, D-Mark anzunehmen. Aktuell beispielsweise die mit vier Filialen auch in Dortmund vertretene Lebensmittel-Einzelhandelskette Kaufland: Sie führt im Januar bundesweit „D-Mark-Wochen“ durch: Kunden können mit Scheinen, aber auch mit Mark, Groschen und Pfennig bezahlen. Karstadt führte 2015 zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit eine ähnliche Aktion durch.

Bei Kaufland geht es – 14 Jahre nach der Umstellung – nicht um ein Tschüss-DM-Jubiläum. Man wolle halt einfach "Kunden anbieten, ihr Geld problemlos umzutauschen", gibt eine Kaufland-Sprecherin zu. Die Idee aus der Werbeabteilung wird von einer Retro-Kampagne begleitet, die – warum auch immer – die 1960er-Jahre aufleben lassen will. Es gibt Artikel wie Bärenmarke-Milch, Rama-Margarine oder Dalli-Waschmittel in Retro-Verpackungen zu kaufen.

Händler müssen die D-Mark nicht annehmen - können es aber tun

Händler müssen D-Mark nicht annehmen. Sie können es aber tun, um Kunden einen Service zu bieten und für diese das Geld bei der Bundesbank einzutauschen.

Bei C&A können Kunden bis heute noch jederzeit mit DM zahlen. "Hier und da kommen noch D-Mark-Beträge rein", sagt Guido Terörde, Leiter des C&A in Dortmund am Ostenhellweg. Übers Jahr gesehen ergebe sich eine niedrige vierstellige Summe.

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