Bei ihm gab’s das beste Eis in Eving – heute macht Renato Kratter die Bayern glücklich

mlzEisige Urlaubs-Überraschung

Die Welt ist ein Dorf – diese Phrase würde das Ehepaar Steube aus Dortmund wohl sofort unterschreiben. In Bayern trafen sie ganz unverhofft den ehemaligen Evinger Eisdielenbesitzer Renato Kratter.

Eving

, 07.07.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Immer wieder trifft man im Urlaub auf Menschen, die man kennt, dort aber nicht erwartet hätte. So erging es auch den beiden Dortmundern Simone und Markus Steube. Im bayerischen Eichstätt trafen sie den Eisdielen-Besitzer Renato Kratter, den sie von früher kannten.

Eine nette Überraschung, dabei war der Urlaub doch eigentlich ganz anders geplant gewesen – aber dann kam Corona dazwischen. „Statt der Fernreise nach Neuseeland wurde es nun eine mehrtägige Radtour an Main, Tauber und Altmühl“, erzählt Markus Steube. In Eichstätt hatten ihnen Freunde eine „hervorragende Steh-Eisdiele“ empfohlen. In der Herzoggasse, in der sie dann auch Halt machten und sich ein Eis „auf die Hand“ kauften.

Eisverkäufer kam den Steubes sehr bekannt vor

Hinter der Theke der Gelati del Vicolo stand ein freundlicher grauhaariger Herr, der großzügig die Kugeln in die Waffeln presste, erinnert sich Steube. Ein paar Meter entfernt meinten beide, dass der Eisverkäufer glatt ein Bruder von Renato Kratter sein könnte, dem langjährigen Inhaber der Eisdiele Venezia in Eving. „Ich fasste mir ein Herz und fragte nach, ob der gute Mann Verwandtschaft in Dortmund habe“, so Steube.

Der Eisverkäufer antwortete, ob Steube die Eisdiele in Eving meine und dieser bejahte. „Daraufhin hellten sich die freundlichen Züge noch weiter auf, der Mann verließ seinen Verkaufsstand und kam zu uns heraus. Er war es tatsächlich selbst: Renato Kratter, der uns jahrzehntelang mit dem besten Eis in Eving versorgt hatte“, so Steube.

Markus und Simone Steube freuen sich über die Begegnung mit Renato Kratter (M.) – und über sein leckeres Eis.

Markus und Simone Steube freuen sich über die Begegnung mit Renato Kratter (M.) – und über sein leckeres Eis. © Steube

„Die Eisdiele Venezia war für uns immer DIE Eisdiele“, erinnert sich Steube, der ursprünglich aus Kirchderne kommt. „Sie war eine jahrzehntelange Institution.“ Ihr Standort ist auf der Evinger Straße Ecke Bergstraße, gegenüber des Evinger Platzes. „Meine Frau als ehemalige Evingerin ging bereits als junges Mädchen mit ihrer Großmutter dorthin und aß das bei ihr an erster Stelle stehende legendäre Spaghetti-Eis.“

Große Freude über das Wiedersehen

„Die Freude war groß und wir schwatzten über die guten alten Zeiten“, beschreibt Steube das Wiedersehen. Renato Kratter erzählte ihnen, wie es ihm seither ergangen war. „Wir erfuhren traurigerweise vom Tod seiner Frau vor einigen Jahren.“ Die Begegnung mit dem Eisverkäufer, den man zwar nie persönlich gekannt hatte, mit dem man aber immer schöne Erinnerungen verbunden hat, sei sehr rührend gewesen. „Es hatte ihm weh getan, aus Dortmund wegzugehen, aber es war eine familiäre Entscheidung.“

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Die Evinger Eisdiele Venezia existiert noch immer. „Herr Kratter hat sie an einen Nachfolger übergeben. Und die Rezepte wohl auch“, beschreibt Steube. Das Eis habe immer besonders gut geschmeckt. „Es war dort auch immer sehr nett“, erinnert sich Steube. Die ganze Familie habe mitgeholfen.

Auch habe man es als heimlicher Borussia-Fan in Eichstätt nicht leicht, erzählte Kratter den beiden. „Wenn er jemanden mit BVB-Shirt sieht, begrüßt er ihn immer ganz freudig“, berichtet Steube.

Renato Kratter hat schöne Erinnerungen an Eving

Kratter fühle sich nun ganz wohl in der „nördlichsten Stadt Italiens“, wie Eichstätt auch manchmal genannt wird. „Er findet, dass sich Eving in den vergangenen Jahren sehr verändert habe“, sagt Steube. Er verbinde aber gute Erinnerungen mit dem Stadtteil. Seine Tochter habe auch öfter Heimweh.

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„Wir verabschiedeten uns mit einer Träne im Knopfloch und freuen uns immer noch über diese schöne Begegnung mit einem lieben Menschen, der uns so viele Jahre den Sommer versüßt hat. Grazie Signore Kratter!“, sind die Steubes dankbar. Und das Eis schmeckt so gut wie eh und je – darin sind sich beide einig.

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