Dortmunder Unternehmen hilft Versicherungen mit Drohnenflügen

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Wenn Versicherungen Geld sparen möchten, können sie sich bei Matthias Hartmann melden. Mit seiner Firma hat der Brechtener eine alternative Methode entwickelt, um Schäden zu dokumentieren.

Brechten

, 17.12.2019, 17:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Brechtener Matthias Hartmann freut sich über den dritten Platz und die damit verbundenen 1000 Euro Preisgeld im Unternehmenswettbewerb „Nordstern 2019“. Die Stadt Dortmund hat in diesem Jahr den Wettbewerb erstmalig unter Regie des „nordwärts-vor-ort“-Büros ausgerufen.

Hartmann (33) hat im September 2018 sein Startup-Unternehmen „wirfliegendrohne.de“ gegründet. Er bietet Versicherungen deutschlandweit professionelle Drohnenflüge zur schnellen und unkomplizierten Schadensdokumentation an.

Einen Einsatz habe er zum Beispiel in München gehabt, sagt Hartmann. In der bayerischen Landeshauptstadt waren gleich mehrere Häuser von einem extrem heftigen Hagelschauer betroffen.

Der Jung-Unternehmer sagt: „Wenn die Versicherung Gutachter zu jedem einzelnen Haus geschickt hätte, hätte das tagelang gedauert und die Versicherung über 100 Sachverständigen-Stunden gekostet.“ Seine Drohnen hätten den Auftrag innerhalb von vier Stunden erledigt.

Kombiniert mit modernsten Kameras und Software kann er den Auftraggebern anschließend das 3D-Bild eines Hauses liefern, auf dem sie gestochen scharf jedes Detail zum Beispiel auf dem Dach sehen können. Wichtig sei für ihn schnelles WLAN. Die Dokumentation eines einzelnen Gebäudes könne schnell eine Größe von 20 Gigabyte erreichen.

Mit Wärmebildkamera undichte Stellen aufspüren

Weitere Einsatzmöglichkeiten seiner jungen Firma: Mit einer Wärmebildkamera kann sie undichte Stellen auf Dächern aufspüren. Sie findet Wassereinlagerungen auf Flachdächern und kann generelle Inspektionen von Gebäuden inklusive der genauen Maße anbieten. Möglich sei auch der Einsatz einer Art Röntgen-Kamera, mit der man bis zu sechs Meter tief in die Erde sehen kann, so Hartmann.

Das Fraunhofer-Institut entwickelt gerade eine solche Kamera. Lecks an Rohren könnten so ermittelt werden – oder auch Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg.

Matthias Hartmann besitzt inzwischen drei große Drohnen und professionelles Zubehör wie Kameras und Software.

Matthias Hartmann besitzt inzwischen drei große Drohnen und professionelles Zubehör wie Kameras und Software. © Andreas Schröter

Der Jung-Unternehmer versucht aktuell, weitere Auftraggeber zu akquirieren: Bundesländer oder Städte zum Beispiel. Schon jetzt setzt das Smart-City Projekt der Stadt Dortmund auf wirfliegendrohne.de. Wenn alles weiter so gut laufe wie bisher, wolle er bald zusätzliches Personal wie Drohnen-Piloten einstellen.

Matthias Hartmann war früher Bank- und Immobilienkaufmann sowie Immobilienfachwirt und technischer Leiter bei einer Sparkasse. Anlass für die Firmengründung sei der Gedanke gewesen, Immobilien durch das Anlegen von digitalen Daten künftig effektiver managen zu können.

14 Stunden im Einsatz

In seiner Freizeit reist und fotografiert Matthias Hartmann gerne. Er gibt aber zu, dass dies seit der Firmengründung, für die er meist bis zu 14 Stunden täglich im Einsatz ist, in den Hintergrund getreten ist.

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