Jasmin Zug von der Dortmunder Firma "Huchtemeier Papier" macht es sich mit dem Menü vor dem Monitor bequem. Die Weihnachtsfeier kann beginnen. © Michael Schuh
Coronavirus

Dortmunder Unternehmen organisiert digitale Weihnachtsfeiern

Ein Drei-Gänge-Menü nach Hause oder an den Arbeitsplatz, Unterhaltungsprogramm dazu: Was sich das Dortmunder Unternehmen Potpourri ausgedacht hat, könnte vielen die Weihnachtsfeier retten.

Wer sich normalerweise Morgen für Morgen widerwillig zur Arbeit schleppt, kann sich zumindest einmal im Jahr darauf freuen, seine Kollegen zu sehen: Die Weihnachtsfeier, der alljährliche Höhepunkt in so mancher Firma, steht auf der Tagesordnung.

Und ausgerechnet diese letzte Bastion ausgelassener Fröhlichkeit soll nun Corona zum Opfer fallen. Doch das muss nicht sein, sagen Lena Knappmann und Moritz Voßschulte vom Cateringservice Potpourri. Denn sie bieten trotz der Pandemie Weihnachtsfeiern an – in digitaler Form.

Lena Knappmann und Moritz Voßschulte gründeten im Jahr 2017 den Cateringservice Potpourri, der nun eine digitale Weihnachtsfeier anbietet.
Lena Knappmann und Moritz Voßschulte gründeten im Jahr 2017 den Cateringservice Potpourri, der nun eine digitale Weihnachtsfeier anbietet. © Privat © Privat

Als im Jahr 2017 „aus einer Laune heraus“, wie Voßschulte sagt, die Idee zu einem Lieferservice für Mittagsgerichte aufkam, war an Covid-19 und die Folgen noch längst nicht zu denken. Vielmehr wollte das Duo in erster Linie Büros mit frischem und gleichermaßen gesundem Mittagessen versorgen. Aus der Idee wurde Realität, das Startup-Unternehmen bereitet die Mahlzeiten heute in einer eigens angemieteten Küche in Lütgendortmund zu.

Doch dann kam Corona – und aufgrund des Virus verließen viele Firmenangestellte ihr Büro in Richtung Homeoffice. Das Potpourri-Team reagierte kurzfristig und stellte den Service auch auf Lieferungen in die eigenen vier Wände der Kunden um. Und so kam nicht nur der Gedanke auf, den Kunden in der Weihnachtszeit ein festliches Drei-Gänge-Menü anzubieten, sondern das Mahl mit einem Rahmenprogramm zu garnieren. Die digitale Weihnachtsfeier war geboren.

Für Firmen, Vereine und Familien

Und die verspricht dank zahlreicher origineller Programmpunkte ein Erfolgsmodell zu werden – nicht nur für Büromitarbeiter. „Denn das Konzept spricht jede größere Gruppe an“, erläutert Lena Knappmann, „egal, ob Firmen, Vereine oder Familien.“ Bevor aber am Monitor fröhlich gefeiert wird, steht zunächst ein Telefongespräch auf dem Programm, in dem der grobe Rahmen für das digitale Fest abgesteckt wird.

Wiebke Scheubach und Benjamin Sklarzyk vom Potpourri-Team bereiten in der Lütgendortmunder Küche eine Gemüsesuppe zu.
Wiebke Scheubach und Benjamin Sklarzyk vom Potpourri-Team bereiten in der Lütgendortmunder Küche eine Gemüsesuppe zu. © Michael Schuh © Michael Schuh

Jeder Teilnehmer bekommt danach einen Link zugeschickt, über den er sein weihnachtliches Menü zusammenstellen kann, das ihm am Tag der Feier in umweltfreundlichen Einweckgläsern geliefert wird. Damit es so richtig gemütlich wird, enthält die Kiste zudem ausgewählte Getränke und ein paar Dinge, die für adventliche Stimmung sorgen – Nüsse und Kerzen inklusive.

Moderator führt durchs Programm

Neben Kulinarischem gibt es aber auch Digitales: Am heimischen Computer trifft sich die Feier-Gesellschaft per Videokonferenz, wobei ein Moderator das Zepter in der Hand hält, sprich durchs Programm führt.

Damit es nach der Begrüßung und der Vorspeise gleich etwas lockerer zugeht, wurden alle Teilnehmer im Vorfeld gebeten, sich einen Schwank aus ihrer Jugend zu überlegen, den sie nun zum Besten geben. In der Folgezeit wechseln sich Speisen und Spiele dann ab: Mal wird gegessen, mal der Unterhaltung gefrönt.

Pantomime und digitales Puzzle

Und dafür zeichnet ebenfalls Potpourri verantwortlich: Knappmann und Voßschulte haben sich Programmpunkte wie „Wer bin ich?“, ein Pantomime-Spiel, einen Zeichenwettbewerb oder auch ein digitales Puzzle ausgedacht. Die Gäste haben dabei nicht nur Spaß, sondern sammeln zudem Punkte, was letztlich in einer Siegerehrung mündet.

Wenn Hilfe benötigt wird, packt Chefin Lena Knappmann in der Küche auch selbst mit an - hier beim Umrühren einer Brokkoli-Spinat-Suppe.
Wenn Hilfe benötigt wird, packt Chefin Lena Knappmann in der Küche auch selbst mit an – hier beim Umrühren einer Brokkoli-Spinat-Suppe. © Michael Schuh © Michael Schuh

Doch soll die Feier keineswegs nur einem starren Programm folgen, sagt Voßschulte: „Im Laufe der Zeit entsteht hoffentlich eine freie Unterhaltung.“ Mindestens anderthalb Stunden sollte die Gesellschaft für die Weihnachtsfeier einplanen – gerne aber auch deutlich mehr.

Auf der Tastatur eingeschlafen

Denn der Potpourri-Gründer sieht es gern, wenn das Fest vor dem Monitor im Laufe des Abends so richtig Fahrt aufnimmt: „Wenn uns anschließend ein Foto geschickt wird, das jemanden zeigt, der auf der Tastatur eingeschlafen ist, dann freuen wir uns darüber.“ Ein Nickerchen aufgrund zu vieler geistiger Getränke. Fast wie auf der analogen Weihnachtsfeier.

Gerichte im Einweckglas

  • Das ganze Jahr über bereitet das Potpourri-Team die Mahlzeiten selbst zu und liefert sie montags aus.

  • Da das Essen in Einweckgläsern geliefert wird, bleibt es im Kühlschrank bis zum Freitag frisch.

  • Wer die vermeintlich ausgefallene Weihnachtsfeier nun doch digital nachholen möchte, kann das bei Potpourri auch im Januar machen.
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