Dortmunder Volksbank wächst, will aber Dividende kürzen

Vorstandsvorsitzender zieht Bilanz

Die Dortmunder Volksbank habe ein "zufriedenstellendes Jahr" hinter sich, sagte Vorstandsvorsitzender Martin Eul am Mittwoch. Die Bilanzsumme stieg um 131 Millionen auf 6,3 Milliarden Euro, stark war gerade der Kreditbereich. Doch die Herausforderungen sind groß - um gewappnet zu sein, will die Bank die Dividende kürzen.

DORTMUND

, 27.01.2016, 18:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Martin Eul, Vorstandschef der Dortmunder Volksbank, ist mit 2015 zufrieden.

Martin Eul, Vorstandschef der Dortmunder Volksbank, ist mit 2015 zufrieden.

Die Dortmunder Volksbank ist im Jahr 2015 weiter gewachsen und bleibt mit einer Bilanzsumme von 6,3 Milliarden Euro (ein Plus von 2,1 Prozent gegenüber 2014) die Nummer eins der genossenschaftlichen Banken in Nordrhein-Westfalen. "Mit weitem Abstand", sagt Vorstandsvorsitzender Martin Eul. 

Einige Zahlen zum Geschäftsjahr 2015 der Dortmunder Volksbank

  • Ein großer Wachstumstreiber für das Ergebnis des Geldinstituts waren die Kredite: Die Dortmunder Volksbank steigerte das Volumen der Kundenkredite um 250 Millionen Euro auf über 4 Milliarden Euro – ein Plus von 6,6 Prozent gegenüber 2014. Hintergrund des Wachstums waren die niedrigen Zinsen, aufgrund derer viele Kunden investierten und sich dafür Geld liehen. 
  • Während die niedrigen Zinsen im Kreditgeschäft "ein echtes Spitzenergebnis" wie seit zehn Jahren nicht gebracht hätten, litten die Sparer unter den Nahe-Null-Zinsen. Dennoch brachten mehr Kunden mehr Geld zur Volksbank: Deren Einlagen wuchsen um 131 Millionen Euro auf 5,2 Milliarden Euro (plus 2,6 Prozent).
  • Der Jahresüberschuss der Dortmunder Volksbank sank leicht auf 11,5 Millionen Euro (2014: 13 Millionen Euro).

Bank schließt wie angekündigt 30 Filialen - 17 davon in Dortmund

Wie im November 2015 angekündigt, schließt die Dortmunder Volksbank 30 Filialen, 17 davon in Dortmund. Laut Eul gibt es Filialen mit weniger als 2000 Kunden, die "nicht mehr existenzberechtigt" seien. Eul: "Wir mussten reagieren." 

Viele erledigten ihre Geschäfte inzwischen online, "50 Prozent der Kunden betreten nur einmal im Jahr eine Filiale", sagt Eul. Lange habe die Dortmunder Volksbank ihr Filialnetz nicht angetastet, nun sei es an der Zeit, zu reagieren. 

Neben den niedrigen Zinsen und der fortschreitenden Digitalisierung habe die Volksbank wie die Konkurrenz mit "teilweise absurden Regulierungsforderungen" zu kämpfen, sagte Eul. "Wir sehen uns zwar gut gerüstet", sagte er, "aber es ist schwierig, in diesem Umfeld Bankgeschäfte zu machen."

Dividende soll von sechs auf vier Prozent sinken

Um sich für dieses Umfeld zu wappnen, will die Genossenschaftsbank nach Jahren auch die Dividende antasten, die sie ihren 152.000 Anteilseignern zahlt. Die Dividende, so will es die Bank der Vertreterversammlung Mitte 2016 vorschlagen, soll von sechs auf vier Prozent sinken. Betrachtet man daneben die Zinsen, die Sparer derzeit bekommen, ist das immer noch vergleichsweise üppig.

Die Dortmunder Volksbank hat 1082 Mitarbeiter und 243.000 Kunden (2014: 240.000). Sie gab 2015 420.000 Euro aus, um Einrichtungen, Initiativen und Veranstaltungen in Kunst, Kultur, Wissenschaft und Sport zu fördern. 

 

 

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