Dortmunder Wecker legt Flugzeugfunk lahm

Einsatz der Bundesnetzagentur

Ihren Radiowecker benutzt Stefanie Karnat aus Dortmund-Berghofen seit Jahren. Wie sich jetzt herausstellte, hatte der Wecker allerdings eine schwerwiegende Macke: Aufgrund eines kleinen Defekts störte er den Flugverkehr über Stefanie Karnats Wohnung - und bescherte seiner Besitzerin unangenehmen Besuch.

BERGHOFEN

11.10.2013, 03:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch mehr Probleme
Relativ oft komme es allerdings vor, dass nicht richtig abgeschirmte Kabelfernsehanlagen dem Flugfunk Probleme bereiten.

„Hier, gucken Sie mal“, sagt Frau Karnat und zeigt auf die Rückseite des Radioweckers aus dem Hause Aldi, gekauft für 9,90 Euro. „Er hat ein Siegel vom TÜV.“ „Geprüfte Sicherheit“ steht dort. Doch das Siegel hat dem Funkuhren-Wecker Modell Lifetec LT 7689 auch nicht geholfen, als es bei Stefanie Karnat schellte. Drei Männer standen vor der Wohnungstür in Berghofen, einer hielt ihr einen Ausweis unter die Nase. Piloten, sagten diese Männer laut Karnat, hätten sich beschwert, in diesem Bereich Dortmunds sei der Flugfunk gestört.

Dann habe einer der Männer, sie waren mit Messgeräten und einer kleinen Antenne unterwegs, gesagt: „Wir müssen jetzt dringend in Ihre Wohnung.“ Laut der 46-Jährigen hätten die Männer Druck gemacht und seien nervös gewesen. Frau Karnat ließ dann einen der Männer hinein. Im Schlafzimmer fand der Angestellte der Bundesnetzagentur, was er suchte. Frau Karnat fragte noch einmal nach: „Und dieser kleine Wecker stört den Flugfunk?“ Ja, hieß es, das sei so, es sei immer dieses Gerät und in zwei Kilometer Entfernung habe man gerade auch einen solchen Wecker gefunden.

René Henn, Sprecher der Bundesnetzagentur, bestätigt das: „Das ist ein bundesweites Phänomen, das wir mit dieser Baureihe haben.“ Er nennt das Modell „problembehaftet“. Wenn der Funkwecker normal laufe, gäbe es keine Probleme. Es trete aber häufiger ein Defekt auf, bei dem der Wecker seinen Frequenzbereich wechsle und dann in den des Flugfunks rutsche. Die Frage, wie eine Funkuhr-Wecker das schaffen kann, konnte die Bundesnetzagentur nicht beantworten. Frequenzen, hieß es aber, seien ein rares Gut. Die Besitzer würden von der Störung ihres Weckers nichts merken.

Die Piloten schon – sie könnten sich dann nicht mehr mit dem Tower verständigen. Absturzgefährdet seien die Maschinen nicht. „Aber ein gestörter Funk ist ein sicherheitsrelevantes Problem.“ Medion äußerte sich am Donnerstag nicht zu der Problematik – allerdings ist das Gerät auch schon lange nicht mehr erhältlich. Stefanie Karnat musste noch versichern, dass sie das Gerät ordnungsgemäß entsorgt und auf keinen Fall mehr anschließt. Sie hat dem zugestimmt. Andere Geräte, die in diesem Ausmaß Probleme mit der Flugfunk-Frequenz machen, kennt die Bundesnetzagentur nicht.  

Noch mehr Probleme
Relativ oft komme es allerdings vor, dass nicht richtig abgeschirmte Kabelfernsehanlagen dem Flugfunk Probleme bereiten.

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