Wegen der Ausgangsbeschränkung dürfen die Dortmunder nur noch in Ausnahme- und Notfällen zwischen 22 und 5 Uhr das Haus verlassen. © Stephan Schuetze

Dortmunder Wirtschaft will Comeback-Events und verkaufsoffene Sonntage

Angesichts sinkender Infektionszahlen setzt die IHK zu Dortmund auf einen Neustart der Wirtschaft nach sieben Monaten Lockdown. Von der Stadt fordert sie konkrete Unterstützung.

Die Präsidenten der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund und der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen in Münster haben am Montag, 17. Mai, gemeinsam an die Kreise, Städte und Gemeinden appelliert, die Möglichkeiten der neuen NRW-Corona-Schutzverordnung „bis auf den letzten Millimeter auszuschöpfen, um den Neustart der Wirtschaft in den besonders betroffenen Branchen zu unterstützen“.

Sowohl Heinz-Herbert Dustmann (IHK Dortmund) als auch Dr. Benedikt Hüffer (IHK Nord Westfalen) zeigten dabei „volles Vertrauen in die kommunalen Spitzenvertreterinnen und -vertreter, dass sie den neuen Schwung jetzt mit zusätzlichen Aktivitäten oder der erweiterten Aussetzung von kommunalen Vorschriften beispielsweise für die Außengastronomie flankieren“.

Heinz-Herbert Dustmann, Präsident der IHK zu Dortmund, sieht in der neuen Corona-Schutzverordnung einen Schritt in die richtige Richtung: „Allerdings erscheint er uns angesichts stark sinkender Inzidenzwerte zu zögerlich und mutlos.“
Heinz-Herbert Dustmann, Präsident der IHK zu Dortmund, sieht in der neuen Corona-Schutzverordnung einen Schritt in die richtige Richtung: „Allerdings erscheint er uns angesichts stark sinkender Inzidenzwerte zu zögerlich und mutlos.“ © Stephan Schuetze © Stephan Schuetze

„Wir brauchen jetzt Unterstützung“, sagte Heinz-Herbert Dustmann stellvertretend für die Dortmunder Wirtschaft im Rahmen einer digitalen Pressekonferenz. Vor allem müssen nach seiner Meinung die Innenstädte wiederbelebt und gestärkt werden.

Kritik an Öffnungsperspektiven: „Zu zögerlich und mutlos“

Während der Kammerpräsident die Öffnungsperspektiven von Bund und Land für die betroffenen Branchen wie Gastronomie, Hotellerie, Einzelhandel oder Fitnessstudios angesichts stark sinkender Inzidenzwerte für „zu zögerlich und mutlos“ hält, baut er dann, wenn es konkret werden kann und muss, auf die Stadt Dortmund.

Dustmann appelliert, eine unbürokratische und kostenfreie Erweiterung der Flächen für die Außengastronomie einschließlich der notwendigen Maßnahmen zum Schutz gegen Wind, Regen und Kälte zu ermöglichen: „Für die Startphase und eine begrenzte Phase der Erholung der Gastronomie sollten bau- und ordnungsrechtliche Regelungen, die eine Außengastronomie behindern, außer Kraft gesetzt werden.“

Mehr Sonntagsöffnungen und Sonderverkäufe

Der Dortmunder IHK-Präsident wirbt auch für eine neue Initiative auf Landesebene, um „dem schwer angeschlagenen innerstädtischen Einzelhandel zusätzliche Umsatzmöglichkeiten durch eine zeitlich begrenzte Ladenöffnung an bestimmten Sonntagen zu ermöglichen“. Es sei auszuloten, ob zusätzliche Sonntagsöffnungen durch begleitende Großevents rechts- und infektionssicher durchgeführt werden könnten.

Als weitere Maßnahme für einen erfolgreichen Neustart der Wirtschaft schlägt er sogenannte „Comeback“-Events in der Innenstadt und den Stadteilzentren vor. So soll die Wiedereröffnung von Handel, Gastronomie und Dienstleistungen in den zentralen Einkaufslagen durch attraktive und zugkräftige Veranstaltungen flankiert sowie organisatorisch und finanziell unterstützt werden.

Es brauche in der Re-Start-Phase kurzfristige Hilfsangebote für den stationären Einzelhandel und die Gastronomie – etwa für ein Marketing-Budget oder Hygiene-Investitionen. Und der Textil-Einzelhandel sollte die Möglichkeit haben, seinen Warenbestand früherer Saisons in den Fußgängerzonen (zum Beispiel in Pavillons oder leer stehenden Ladenlokalen) im Rahmen von Sonderverkäufen abzusetzen.

City-Einzelhandel plant Maßnahmen und Aktionen

Die Vorstellungen der IHK decken sich mit denen des Cityrings. Die Innenstadtkaufleute wünschen sich auch unbürokratische Hilfen und Veranstaltungen, mit denen die Menschen wieder in die City gelockt werden können – etwa Flohmärkte oder Nightshopping.

Sowohl die IHK als auch der Cityring erklären, dass man mit der Stadtverwaltung und der Politik bereits in guten Gesprächen sei und auf offene Ohren stoße. Und vonseiten des City-Einzelhandels werden auch schon konkrete Maßnahmen und Marketing-Aktionen für die Zeit nach der Corona-Krise geplant. Verraten wird allerdings noch nichts.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Nach mehreren Stationen in Redaktionen rund um Dortmund bin ich seit dem 1. Juni 2015 in der Stadtredaktion Dortmund tätig. Als gebürtigem Dortmunder liegt mir die Stadt am Herzen. Hier interessieren mich nicht nur der Fußball, sondern auch die Kultur und die Wirtschaft. Seit dem 1. April 2020 arbeite ich in der Stadtredaktion als Wirtschaftsredakteur. In meiner Freizeit treibe ich gern Sport: Laufen, Mountainbike-Fahren, Tischtennis, Badminton. Außerdem bin ich Jazz-Fan, höre aber gerne auch Rockmusik (Springsteen, Clapton, Santana etc.).
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Peter Wulle