Dortmunderin (18) gesteht brutalen Mord an Freundin

Prozess in Münster

Es müssen unfassbar grausame Szenen gewesen sein. Vor sechs Monaten hat eine 18-jährige Schülerin aus Dortmund in Senden ihre 17-jährige Ex-Freundin ermordet. Vor Gericht hat sie am Donnerstag alles gestanden. Das Motiv: verschmähte Liebe.

MÜNSTER/DORTMUND

13.04.2016, 11:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die beiden Jugendlichen hatten sich auf einer Schule in Senden kennen gelernt. Vier Jahre lang waren sie ein Liebespaar - bis zum Valentinstag 2015. Dann wollte die 17-Jährige plötzlich nicht mehr. Und genau damit kam die Angeklagte, die zwischenzeitlich nach Dortmund gezogen war, offenbar nicht klar. Nach eigenen Angaben hat sie immer wieder Mord-Phantasien entwickelt. Sie hatte sich sogar schon erkundigt, wie lang man jemanden würgen muss, bis er tot ist.

Im Oktober hatte es dann aber doch noch einmal ein Treffen gegeben - bei einer Freundin in Senden. Die Stimmung war gedrückt, dann ist die Situation völlig eskaliert. Es war morgens um sechs, als die Angeklagte ihre Ex-Freundin auf dem Weg zum Busbahnhof angegriffen hat. "Ich habe sie geschubst und dann auf sie eingestochen", sagte die 18-Jährige zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Münster. Später habe sie sie auch noch getreten und gewürgt. So lange, bis die 17-Jährige kein Lebenszeichen mehr von sich gab. "Ich habe ihr T-Shirt hochgeschoben und mein Ohr an ihr Herz gelegt - aber da war nichts mehr."

Verteidigung spricht von "Overkill"

Den Polizisten, die damals als erste am Tatort waren, hatte sich ein schreckliches Bild geboten. Die Leiche der 17-Jährigen wies zahlreiche Verletzungen auf. Als Todesursache hatten die Rechtsmediziner später eine Kombination aus innerem Verbluten, dem Würgen und den vielen Stichverletzungen festgehalten.  Die Verteidigerin der 18-Jährigen, Regine Thoden, hatte schon vor Prozessbeginn von einem "Overkill" gesprochen. Nach ihren Angaben kommt die Dortmunderin aus schlimmen familiären Verhältnissen. Auch ihr Onkel soll früher schon einmal jemanden umgebracht haben.

Die Eltern des Opfers sind zum Prozessauftakt nicht erschienen. Dafür haben sie ihrer Anwältin Julia Artmann-Eichler ihrer ermordeten Tochter mitgegeben. "Den Eltern ist es wichtig, dass ihre Tochter im Prozess nicht anonym bliebt", sagte die Anwältin.

Die Anklage lautet auf Mord. Im Falle einer Verurteilung nach dem Jugendstrafrecht drohen der 18-Jährigen Dortmunderin maximal zehn Jahre Haft. Der Mordprozess findet vor der Jugendstrafkammer des Landgerichts Münster statt. Die Richter haben für den Prozess zunächst vier Verhandlungstage bis zum 12. Mai angesetzt.

 

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