Dortmunderin setzt Einbrecher fest: Wann Bewohner einschreiten sollten

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Eine 40-Jährige sperrte einen mutmaßlichen Täter im Keller ein und verhinderte so einen Einbruch. Die Polizei bewertet solche Taten als mutig – doch ein Eingreifen ist nicht immer ratsam.

von Alexandra Wachelau

Nordstadt

, 30.12.2019, 16:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Nordstadt hat eine 40-jährige Frau einen mutmaßlichen Einbrecher festgesetzt, indem sie ihn kurzerhand im Keller einsperrte. Vorher hörte sie verdächtige Geräusche aus dem Keller des Mehrfamilienhauses.

Als sie einen unbekannten Mann sah, hielt sie kurzerhand die Tür zu. So konnte die Dortmunder Polizei inzwischen ein Strafverfahren gegen den Verdächtigen erlassen.

Eine geistesgegenwärtige Tat – doch ist dieses Verhalten immer sinnvoll? Gunnar Wortmann von der Polizei Dortmund klärt auf, dass diese Situation keineswegs ein „Patentrezept“ für Einbrüche ist.

? Wie reagiere ich bei einer verdächtigen Situation?

„Grundsätzlich gilt: Wenn bemerkt wird, dass Gefahr im Verzug ist, sollte man sich zuallererst selbst in Sicherheit bringen. Im Falle der 40-jährigen Frau, die in einem Mehrfamilienhaus wohnt, war es natürlich naheliegend, bei verdächtigen Geräuschen erst in den Keller zu schauen – es hätten ja auch Nachbarn sein können. Doch das ist keine Sache, die pauschal in solchen Situationen gilt. Allein lebende Menschen in Einfamilienhäuser hätten diesen Schritt wahrscheinlich gar nicht unternommen. Es ist immer situationsabhängig.“

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? Wann kann ich bei einer Straftat eingreifen?

„Was man bei verdächtigen Situationen immer machen kann, ist, in seiner Wohnung zu bleiben und die 110 zu wählen. Nicht umsonst haben wir nun den Slogan ‚110 - Die Nummer für Zivilcourage‘. Zivilcourage wirft immer die Fragen auf, ab wann man noch hilft oder sich in Gefahr bringt. Mit dem Ruf der Beamten ist man dabei auf der sicheren Seite.“

Wann rufe ich die Polizei?

„Die Antwort lautet: Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig. Wenn man sich unsicher ist, ob man nun etwas Verdächtiges beobachtet hat, kann man trotzdem die Polizei rufen. Wenn dann die Beamten vor Ort nichts finden, ist das halt so – dafür ist die Polizei schließlich da. Man sollte allerdings auch nicht wegschauen, wenn etwas Merkwürdiges vor sich geht.“

Dortmunderin setzt Einbrecher fest: Wann Bewohner einschreiten sollten

Gunnar Wortmann, Pressesprecher der Polizei Dortmund, sagt, dass die eigene Sicherheit immer vorgeht. © Polizei Dortmund

? Was kann noch getan werden?

„Sich bemerkbar zu machen, ist in solchen Situationen ebenfalls wichtig. Die 40-jährige Frau hat, nachdem die Tür abgeschlossen war und festgehalten wurde, um Hilfe gerufen. Dadurch konnten ihre Nachbarn die Polizei verständigen. Doch auch dieses Handeln war der Situation geschuldet: Die eigene Sicherheit geht vor. Selbst, wenn der Täter entkommt.“

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