Paket-Ärger: Dortmunderin soll 18 Euro für eigenes Paket nachzahlen

mlzPaketdienst

Reinhild und Otmar Neumann staunten nicht schlecht: Bei der Post sollten sie ein Paket abholen, das sie wenige Tage zuvor selbst verschickt hatten. Jetzt sollten sie nachzahlen.

Brechten, Eving

, 12.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als sie zur Postfiliale in Eving gingen, konnten Reinhild und Otmar Neumann ihren Augen kaum trauen. Das Päckchen, das sie abholen sollten, war ihr eigenes. Besonderes Ärgernis: Um es annehmen zu dürfen, sollten sie 18 Euro zahlen.

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Das sahen die Eheleute Neumann aus Brechten nicht ein und wollten wissen, warum das Päckchen, das sie wenige Tage zuvor selbst aufgegeben hatten, nicht verschickt worden sei und weshalb sie nun 18 Euro zahlen sollten – ein Vielfaches der ursprünglichen Portokosten. „Das Päckchen war vorschriftsmäßig beschriftet und wir haben die 4,79 Euro Porto bezahlt“, sagt das Paar.

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Warum sie bezahlen sollten, um ihr Päckchen annehmen zu dürfen, konnte ihnen in der Filiale niemand erklären, berichtet Reinhild Neumann. Das Päckchen gar nicht erst anzunehmen, sondern direkt wieder zu verschicken, sei keine Option gewesen: „Dann hätten wir die 18 Euro und zusätzlich erneut die Portokosten zahlen sollen.“ Insgesamt: 22,79 Euro.

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Unverrichteter Dinge ging das Paar nach Hause. Das Päckchen ließen die Neumanns in der Postfiliale zurück. Anrufe bei drei verschiedenen Hotlines lieferten kein zufriedenstellendes Ergebnis. Eine Antwort blieb aus. Man warnte sie sogar davor, dass nach sieben Tagen weitere Lagerungskosten entstehen könnten, sagt Reinhild Neumann.

Auf Anfrage unserer Redaktion nahm sich Rainer Ernzer, Pressesprecher der „Deutsche Post DHL Group“ in Düsseldorf, der Sache an.

Paket kam nie an

Enzer fand heraus, dass das Päckchen als unfrei behandelt wurde – also nicht frankiert worden sei. Selbst dann hätte das Päckchen an den Empfänger überstellt werden müssen, der dann gefragt worden wäre, ob er das Päckchen annehmen und für das höhere Entgelt von 18 Euro freimachen möchte. Das Päckchen sei aber nie bei dem Empfänger angekommen, so Reinhild Neumann.

„Wahrscheinlich hat das Paketzentrum bemerkt, dass die Frankierung fehlte, und das Päckchen direkt wieder an den Absender geschickt“, erklärt der Pressesprecher der DHL. Ob sich die Frankierung beim Versand versehentlich gelöst hat oder vergessen worden ist, könne er nicht mehr nachvollziehen.

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Die Zahlung des ursprünglichen Portos konnten die Neumanns nicht mehr nachweisen, dennoch erstattet ihnen die DHL die Summe von 22,79 Euro. Die müssen die Neumanns nämlich trotzdem zahlen. Das liege an „verrechnungstechnischen Gründen zwischen der DHL und den einzelnen Filialen“, erklärt Ernzer. So ein Fall sei ihm noch nicht untergekommen: „Da ist etwas gehörig schief gelaufen.“

Das Geld haben die Neumanns erhalten, das Paket allerdings nicht. Als sie es ein paar Tage später abholen wollten, war es bereits wieder verschickt worden. Ob an den ursprünglichen Empfänger oder zurück an sie selbst, ist noch unklar.

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