Sandra Kater (links) und ihre Familie sind stolz auf alle Familien. Am liebsten hätten sie alle die Corona-Helden-Urkunde übergeben. © privat
Corona-Helden

Dortmunderin will am liebsten allen Familien eine Urkunde überreichen

Für Sandra Kater (44) aus Dortmund sind alle Familien Corona-Helden. Ob Homeschooling, Kinderbetreuung oder Homeoffice: „Das alles gleichzeitig unter einen Hut zu bekommen, verdient Respekt.“

„Corona-Helden“ sind Menschen, die in der Pandemie anderen helfen, Außergewöhnliches leisten und Menschen die Corona-Zeit erleichtern. Wir haben unsere Leser dazu aufgerufen, uns ihre Corona-Helden zu nennen – und ihnen mit einer Urkunde zu danken.

Für Sandra Kater (44) aus Dortmund sind alle Eltern und Familien die Helden dieser Pandemie. Sie wohnt mit Ehemann Jens und ihrem dreijährigen Sohn in Sölderholz und erzählt unserer Redaktion, was sie an den Leistungen der Familien so bewundernswert findet.

Vor allem Homeschooling stelle viele Familien vor Probleme

„Jede Familie hat jeden Tag in dieser Pandemie so viele Herausforderungen zu meistern – egal, wie viele Kinder sie hat oder in welcher Altersgruppe die sind“, sagt Kater. Deswegen ist es ihr wichtig, nicht eine bestimmte Familie herauszusuchen, um die Corona-Helden-Urkunde zu überreichen, sondern sie stellvertretend für alle auszuschreiben.

Viele ihrer Bekannten seien Lehrer. Daher würde sie mitbekommen, welche Probleme Homeschooling auslöse, und zwar in der ganzen Familie. Bei manchen Schülern mangele es an der technischen Ausstattung. Andere könnten sich zuhause nicht konzentrieren. Und darunter würden dann auch die Eltern leiden.

„Wenn die Kinder zuhause sind und ihre Mitschüler nicht sehen können, denken viele Eltern darüber nach, was das mit ihren Kindern macht“, sagt Kater. Viele Kinder würden sich einsam fühlen – zusätzlich zu den Herausforderungen des Homeschoolings. Dann müssten die Eltern ihnen Gesellschaft leisten, um sie „wieder aufzuraffen“.

Respekt für die, „die alles gleichzeitig unter einen Hut bekommen“

Sie sei stolz darauf, „dass es so viele Eltern gibt, die Kinder zuhause betreuen, beschäftigen, und gleichzeitig noch arbeiten und alles andere erledigen.“ Viele Eltern könnten Kater zufolge nicht von zuhause arbeiten oder sich Tage freinehmen, um auf die Kinder aufzupassen. „Und das alles gleichzeitig unter einen Hut zu bekommen, verdient Respekt“, sagt Sandra Kater.

Für Familien und gerade Eltern sei es in der Pandemie schwierig, einen gesunden Mittelweg zwischen Berufs- und Familienleben zu finden. „Egal, wie man es macht, man kann es nur falsch machen: Ob man das Kind bei der Schulbetreuung abgibt und arbeiten geht, oder ob man selber betreut und weiter arbeitet; irgendjemand leidet immer, und oft sind es alle.“

Sie habe Freundinnen, die ihre Kinder seit einem Jahr durchgehend betreuen. „Das ist großartig“, so Kater. Doch andererseits kenne sie auch Eltern, die ihre Kinder in der Schule betreuen lassen würden, um weiter normal zu arbeiten. „Das ist genauso bemerkenswert, weil das vielleicht die Großeltern davor schützt, sich zu infizieren“, meint sie.

Katers Sohn werde weitgehend zuhause betreut

Katers dreijähriger Sohn habe im Kindergarten schon viele Hochs und Tiefs mitgemacht: „Zuerst der komplette Lockdown, dann konnte er wieder in den Kindergarten, dann gab es dort einen positiven Corona-Fall.“ Wo immer möglich werde Sandra und Jens Katers Sohn mittlerweile zuhause betreut – und auch ohne die ganze Situation zu verstehen, akzeptiere er alle Einschränkungen.

„Es ist für alle Menschen nicht einfach, doch vor allem nicht für die Familien“, sagt Sandra Kater. Sie meint: „Für mich sind alle Familien, die jeden Morgen aufstehen und sich sagen, wir werden wieder einen Tag schaffen und wir werden das gemeinsam überstehen, Helden in der Pandemie.“ Deswegen hätte sie am liebsten allen Familien eine Urkunde überreicht.

Wer ist Ihr persönlicher Corona-Held?

Wir suchen echte Corona-Heldinnen und -Helden. Haben Sie Ihren Mitmenschen auf besondere Art und Weise durch die Krise geholfen? Oder gibt es jemanden, dem Sie für seine Unterstützung danken möchten? Dann melden Sie sich unter redaktion.dortmund@lensingmedia.de. Wir erzählen ab sofort kleine und große Helden-Geschichten.

So sieht die Corona-Held-Urkunde aus, die Sie vergeben können. © Grafik © Grafik
Über den Autor
Freier Mitarbeiter
2000 in Heinsberg geboren, seit 2020 als freier Mitarbeiter bei den Ruhr Nachrichten. Ich studiere Journalistik und Politikwissenschaft in Dortmund. Mit 16 Jahren habe ich meine ersten Erfahrungen im Lokaljournalismus gemacht - und dort fühle ich mich zuhause.
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Nick Kaspers

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