Dortmunds Bäume trocknen aus - Sie können helfen

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Dortmunds Bäume lechzen nach Wasser - nicht erst seit Sommerbeginn. Die Stadt ist im Dauereinsatz, appelliert aber auch an Bürger, Dortmunds Bäume nicht auf dem Trockenen sitzen zu lassen.

Dortmund

, 29.06.2020, 14:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 50.000 Bäume stehen an Dortmunds Straßen, in Grünanlagen und Parks sind es weitere 60.000 - und da ist der Baumbestand im Rombergpark, Hoeschpark, Westfalenpark, Revierpark Wischlingen und in Dortmunds Wäldern noch nicht mal mitgezählt.

Weit über 110.000 Bäume also, die nach Wasser lechzen. Denn der Frühling war in diesem Jahr mal wieder viel zu trocken, berichtet der Deutsche Wetterdienst. „Bereits zum 7. Mal in Folge konnte der Frühling sein Soll von 186 Litern pro Quadratmeter (l/m²) nicht erfüllen“, schrieb der Wetterdienst im Mai.

Ganze Baumarten versagen aus Trockenheit

Und das bekommen auch Dortmunds Bäume zu spüren. Zwar ist die Trockenheit laut Stadtsprecher Christian Schön noch nicht messbar, sie zeigt sich aber beispielsweise daran, dass der Anteil von Bäumen, die einen „Totholzbesatz“ haben, also zu Teilen abgestorben sind, besonders hoch ist.

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Außerdem würden ganze Baumarten versagen, Kastanien oder Ableger der Gemeinen Esche beispielsweise. Auch „das auffällige häufige Absterben von schwächeren Einzelbäumen im Gruppenbestand sind in Summe deutliche Anzeichen für die Reaktion des Bestandes auf die Trockenheit“, sagt Christian Schön.

Auch die Zahl der Aufträge, die die Stadt zur Baumpflege vergeben muss, spricht eine deutliche Sprache: In den vergangenen acht Jahren habe man bei der Stadt eine 75-prozentige Steigerung, was die Pflege der Altbäume anbelange.

Das können Dortmunder für die Bäume tun

Doch auch die Bürger können tätig werden, um den Bäumen in ihrer Stadt zu helfen. Christian Schön schlägt beispielsweise ein neues Abendritual vor: Einmal am Abend könnten Bürger ein bis zwei große Kannen Wasser auf die umliegenden Bäume gießen.

„Das würde uns allen sehr helfen“, schreibt er. Mit Blick auf die Wassermenge gelte: Je mehr, desto besser. „Zu viel gießen kann man da gar nicht.“

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Je trockener der Boden ist, desto langsamer solle man jedoch gießen, damit das Wasser Zeit zum Versickern hat und nicht seitlich abläuft.

Die Stadt selbst bewässert pro Tag zwischen 700 und 950 Bäume. Damit werde jeder Baum im Schnitt alle acht bis neun Werktage besucht.

Zukunftsbäume sollen helfen

Langfristig will die Stadt den Baumbestand auch sichern, in dem sie mehr „Zukunftsbäume“ pflanzt. Darunter versteht man Bäume, die den Klimaveränderungen in Dortmund besser gewachsen sind. Die Wasseraufnahme von Bäumen soll zudem durch Baumsubstrat verbessert werden und bei Neupflanzungen von Jungbäumen soll die Wasserverfügbarkeit gesteigert und die Verdunstung reduziert werden.

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Die Neupflanzungen erhalten mehr Wasser durch die Verwendung eines Bandes, das Flüssigkeit absorbiert und Verdunstung reduziert.

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