Passanten in Dortmunds City Mitte November © dpa (Archivbild)
Corona-Pandemie

Dortmunds Weg zu über 10.000 Corona-Fällen

Seit Samstag sind oder waren über 10.000 Dortmunder mit dem Coronavirus infiziert. Wie hat sich die Pandemie in der Stadt entwickelt? Ein Rückblick.

Alles fing an mit einem älteren Paar. Die beiden aus dem Iran stammenden Dortmunder – sie 64, er 61 – wurden am 5. März positiv auf Covid-19 getestet. Sie waren vorher im Iran gewesen und hatten sich da angesteckt.

Diesen ersten beiden bestätigten Corona-Fällen in Dortmund sollten in den nächsten Monaten Tausende weitere folgen. Am Samstag (5.12.) kletterte ihre Zahl über die 10.000er-Marke. Am Sonntagabend gab es in der Stadt nachweislich 10.149 nachgewiesene Corona-Fälle.

Mit welcher Schnelligkeit sich das neuartige Coronavirus momentan in Dortmund verbreitet, zeigt ein Blick zurück auf die ersten 10.000 Fälle: Bis sich die ersten 5000 Dortmunder mit Covid-19 angesteckt hatten, dauerte es acht Monate – die zweite Hälfte schaffte das Virus in gerade einmal vier Wochen.

Zwar konnte durch den Teil-Lockdown das exponentielle Wachstum der Neuinfektionen erst einmal gestoppt werden, doch sind die Ansteckungszahlen immer noch im Schnitt fünfmal so hoch wie zum Höhepunkt der ersten Corona-Welle im Frühling.

Rund 1,7 Prozent aller Dortmunder wurden seit Anfang März positiv auf Covid-19 getestet. Die Dunkelziffer der Betroffenen dürfte um einiges höher sein – wie hoch, kann man nicht verlässlich sagen.

Es sind jedoch Annäherungen möglich: Dortmunds Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken schätzte im Sommer, dass es zehnmal so viele aktuell oder ehemals Infizierte in der Stadt gebe wie bekannt gebe. Im November ging Renken aufgrund der größeren Testkapazitäten „nur“ noch von einem Siebenfachen der bekannten Fälle aus.

Dabei verteilt sich das Virus höchst unterschiedlich auf das Stadtgebiet: Während sich in der Nordstadt – dem bisher mit Abstand am stärksten von Corona betroffenen Stadtteil – bis Mitte November bereits knapp 2,3 Prozent aller Bewohner nachweislich mit Covid-19 angesteckt hatten, waren es in Aplerbeck lediglich 0,7 Prozent.

Der wohlhabende Stadtbezirk im Südosten Dortmunds hat eine bemerkenswerte Wandlung hingelegt: Zu Beginn der Pandemie im Frühling war er noch Dortmunds erster Corona-Hotspot, der Stadtbezirk mit den höchsten Fallzahlen. Damals brachten viele Ski-Urlauber das Virus aus den Alpen mit in die Heimat.

Mit Beginn der zweiten Welle ab Ende Oktober explodierten die Infektionszahlen zwar überall in Dortmund, doch in den nördlichen Stadtbezirken noch etwas stärker als im Rest der Stadt.

Auch bei der Altersverteilung der Corona-Fälle hat sich im Verlauf der Pandemie in Dortmund einigen verändert: Waren Mitte April noch die fast die Hälfte der Infizierten 35 bis 59 Jahre alt, hat die Altersgruppe aktuell nur noch einen Anteil von einem guten Drittel an den Gesamtzahlen.

Fast halbiert hat sich der Anteil der 60- bis 79-Jährigen: Er lag Mitte April bei 21 Prozent, Anfang Dezember jedoch nur noch bei 11,4 Prozent. Dafür verzehnfachte sich der Anteil der Kinder unter 15 Jahren an den Corona-Fällen (von 1 auf 10 Prozent).

Weniger stark, aber immer noch deutlich stieg der Anteil der Hochrisikogruppe der Ü-79-Jährigen an den Gesamtinfizierten-Zahlen im gleichen Zeitraum, von 3 Prozent Mitte April auf 5 Prozent Anfang Dezember.

Keine gute Entwicklung, die auch Auswirkungen auf die Zahl der Corona-Toten haben wird. Diese stieg in den vergangenen Wochen bedenklich auf mittlerweile fast 100.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
1984 geboren, schreibe ich mich seit 2009 durch die verschiedenen Redaktionen von Lensing Media. Seit 2013 bin ich in der Lokalredaktion Dortmund, was meiner Vorliebe zu Schwarzgelb entgegenkommt. Daneben pflege ich meine Schwächen für Stadtgeschichte (einmal Historiker, immer Historiker), schöne Texte und Tresengespräche.
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Thomas Thiel

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