Drama "Endspiel" feiert tief bewegende Premiere

Studio des Schauspielhauses

Romeo und Julia, Tristan und Isolde, King Kong und die weiße Frau – alles tragische Traumpaare. Doch das düsterste aller Paare sind jene beiden Männer, die Samuel Beckett für sein Stück "Endspiel" einsperrte. Jetzt feierte die Inszenierung von Schauspielintendant Kay Voges im Studio des Schauspielhauses Premiere.

DORTMUND

12.11.2012, 13:03 Uhr / Lesedauer: 1 min
Frank Genser und Uwe Schmieder spielen im Drama "Endspiel" die Anti-Helden Hamm und Clov.

Frank Genser und Uwe Schmieder spielen im Drama "Endspiel" die Anti-Helden Hamm und Clov.

Termine
18.11. (ausverkauft)/ 30.11./ 8.12./ 15.12. Karten unter Tel. (0231) 502 72 22.

Doch das „Endspiel“ hat ihnen Glaube, Liebe und Hoffnung genommen. Nur die schwarze Wohnbox mit der gemalten Einrichtung (Bühne Michael Sieberock-Serafimowitsch) und die im Dunkeln fluoreszierenden Anzüge von Kostümbildnerin Mona Ulrich durften sie behalten. Hier kreist Lum als Diener, der sich nicht setzen kann, um seinen Herrn Purl, der im Rollstuhl hockt und blind ist. Dessen Eltern, die im Stücktext in Mülltonnen vegetieren, hat Voges weggelassen. Draußen herrscht die Apokalypse, drinnen eine Hassliebe zwischen zwei Männern, die voneinander abhängig sind, keine Zukunft haben und doch „zögern zu enden“. Ein düsteres Traumpaar aus Todgeweihten. 

 Klingt bedrückend? Das muss ein Gleichnis vom Ende der Menschheit wohl sein. Aber Voges verfremdet die Nicht-Handlung mit so viel technischer Raffinesse, dass man 80 Minuten lang staunt. Fast jeder Schritt, jede Aktion erzeugt seltsame, mal laute, mal lustige Geräusche und Lichteffekte.  Genser und Schmieder – der eine stampft rundherum wie ein Hamster im Rad, der andere knetet verzweifelt seine Hände – suchen Trost und entwickeln darin den Charme und die Komik trauriger Clowns. Beide zeigen eine grandiose Leistung bis zur physischen Erschöpfung.   

Termine
18.11. (ausverkauft)/ 30.11./ 8.12./ 15.12. Karten unter Tel. (0231) 502 72 22.

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