Drei Kandidaten wollen Bürgermeister werden - ist Jobsharing denkbar?

mlzBezirksvertretung Hörde

Vorsitzende von drei Fraktionen wollen in Hörde Bezirksbürgermeister werden. Die Stimmverteilung liegt nah beieinander. Für eine Einigung gibt es jetzt einen ungewöhnlichen Vorschlag.

Hörde

, 23.10.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Bezirksvertretung Hörde kandidieren drei Fraktionsvorsitzende für das Amt des Bezirksbürgermeisters. Die Ergebnisse der Parteien liegen so nah beieinander, dass die Wahl verspricht, spannend zu werden.

Die CDU erreichte bei der Kommunalwahl in Hörde mit 28,38 Prozent die knappe Mehrheit der Wählerstimmen vor der SPD mit 27,83 Prozent. Die Grünen kamen auf 25,57 Prozent der Stimmen.

Bei der nächsten, konstituierenden Sitzung der Bezirksvertretung am 10. November (Dienstag) soll die Entscheidung fallen, wer das Gremium in den kommenden Jahre leiten wird.

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Der Hörder SPD-Fraktionschef Werner Sauerländer hat dazu seinen Hut in den Ring geworfen, ebenso CDU-Fraktionschef Michael Depenbrock. Außerdem kandidiert der Grünen-Fraktionssprecher Klaus Tillmann für das Amt des Bezirksbürgermeisters.

Eine Mehrheit zu bekommen, dürfte für keinen der drei Kandidaten leicht werden.

Auf die CDU entfallen sechs Sitze, auf SPD und Grüne jeweils fünf. Je einen Sitz erhalten die Linke, die FDP und Die Partei.

Im November wird sich entscheiden, wer in den nächsten Jahren die Sitzungen in der Hörder Bezirksvertretung leiten wird.

Im November wird sich entscheiden, wer in den nächsten Jahren die Sitzungen in der Hörder Bezirksvertretung leiten wird. © Stein (Archiv)

Wer unterstützt nun wen? Diverse Gespräche dazu hätten die Fraktionen bereits geführt, so Sascha Hillgeris - gute und weniger effektive. „Schade, wenn es nur um den Posten geht und nicht um Inhalte“, meint der amtierende Bürgermeister, der nicht erneut kandidiert.

„Alle liegen so dicht beieinander, da muss man Kompromisse eingehen.“ Noch zeichnet sich dafür aber offenbar keine Lösung ab.

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Zur Einigung angesichts der schwammigen Mehrheitsverhältnisse hat Sascha Hillgeris einen ungewöhnlichen Vorschlag: „Man könnte das Amt splitten.“ Meint: die Kandidaten zweier Parteien teilen sich die Amtszeit, jeder wäre also für zweieinhalb Jahre Bezirksbürgermeister.

Modell ist in der Innenstadt-BV erprobt

Für dieses Konstrukt gibt es in der Bezirksvertretung Innenstadt-West ein Vorbild. Dort hatten sich nach der Kommunalwahl 2014 Friedrich Fuß von den Grünen und SPD-Mann Ralf Stolze im Amt nach drei Jahren abgewechselt.

Ob und in welcher Kombination eine solche Job-Rotation in Hörde realisierbar wäre, ist aber noch offen.

Wie es auch kommen wird: Sascha Hillgeris jedenfalls betrifft die neue Besetzung der Bezirksvertretung nicht mehr. Mit der Wahl des neuen Bezirksbürgermeisters scheidet er aus.

Nach sechs Jahren an der Spitze der Bezirksvertretung will sich Hillgeris nun verstärkt beruflichen Aufgaben widmen.

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