Drohnen und Ansagen: So liefen die Corona-Kontrollen an Ostern

mlzCoronavirus in Dortmund

Schönes Osterwetter und Corona-Kontaktsperre: Diese Kombination hat in Dortmund für viele Diskussionen und ungewöhnliche Kontrollmaßnahmen gesorgt. Ein Ort stand erneut besonders im Fokus.

Dortmund

, 13.04.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Temperaturen über 20 Grad und strahlender Sonnenschein lockten über die Oster-Feiertage viele Dortmunder nach draußen. Ordnungsamt und Polizei hatten dies erwartet und bereits frühzeitig verstärkte Kontrollen angekündigt.

Das dritte Wochenende seit Einführung der Beschränkungen in Nordrhein-Westfalen hat erneut gezeigt: Die Mehrheit der Dortmunder - laut Stadtsprecher Christian Schön „80 bis 90 Prozent“ - hält sich an Abstandsgebot und Ansammlungsverbot.

Zugleich bleibt die lückenlose Kontrolle schwierig, und es gibt nach wie vor Regelverstöße.

Mehrere Dortmunder berichten von einem überfüllten Phoenix-See

So berichten mehrere Dortmunder von überfüllten Wegen und Wiesen am Phoenix-See und dokumentieren dies mit Fotos. Ordnungsamt und Polizei hätten, obwohl vor Ort, bei größeren Personengruppen nicht eingegriffen, kritisieren einige Beobachter.

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Sind die Dortmunder die Isolation langsam leid? Das legen Auswertungen von Mobilfunkdaten nahe, an denen sich die Mobilität in einzelnen Städten ablesen lässt. Wie „Der Spiegel“ berichtet, ist die Dortmunder Mobilität am Ostersamstag demnach dem Bundestrend entsprechend um fast 15 Prozent gegenüber dem Vorwochenende gestiegen. Sie liegt aber immer noch deutlich unter dem Durchschnitt „normaler“ Samstage.

Stadtsprecher sagt, dass weniger los war, als an den Wochenenden vor Ostern

Stadtsprecher Christian Schön bestätigt diesen Eindruck nicht. „Es war nicht so voll wie am Wochenende davor. Natürlich gibt es immer Ausnahmen. Aber in den meisten Fällen reicht das freundliche Aufklären über die Regeln.“

In einzelnen Fällen seien Personen mit einem Platzverweis belegt worden.

Um den Fußgänger-Verkehr rund um den Phoenix-See zu entzerren, hatte die Stadt Dortmund bereits Anfang April eine Einbahnstraßenregelung auf den Wegen eingeführt.

Stadt-Mitarbeiter kontrollieren Spielplätze

Am Osterwochenende sei das Ordnungsamt mit noch mehr Personal als zuletzt unterwegs gewesen. Im Fredenbaumpark war erstmals ein eigener Sicherheitsdienst im Einsatz, der einige Gruppen auf die Regeln hinwies und Ansammlungen auflöste.

Mitarbeiter des Grünflächenamtes kontrollierten zudem Spielplätze und Sportanlagen. „Wir haben die Präsenz deutlich erhöht. Das hat sich bezahlt gemacht“, sagt Christian Schön. Er spricht den Dortmundern, die sich an die Regeln halten, Dank aus.

Polizeidrohne stieg über dem Tremoniapark auf

Im Tremoniapark in der westlichen Innenstadt beobachteten Spaziergänger und Sonnenbadende an Karfreitag (10.4.), wie gegen 17 Uhr eine Drohne der Polizei über der Grünfläche aufstieg.

Ein zufällig anwesender Reporter dieser Redaktion beschreibt die Situation so: „Erst fuhr ein Streifenwagen über die Wege, dann stand die Drohne ein paar Minuten sehr hoch am Himmel. Deutlich hörbar, aber man musste schon sehr genau hinsehen. Über dem Basketballplatz kam per Lautsprecher ,Dies ist eine Durchsage der Polizei‘ mit freundlichem Hinweis auf den Mindestabstand. Dann ist die Drohne weggeflogen und hat die Leute verdutzt bis verunsichert hinter sich gelassen.“

Das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) hatte am Freitagmorgen den Einsatz von Drohnen unter anderem in Dortmund bestätigt.

Verstärkte Verkehrskontrollen am „Car-Freitag“

Bereits am Freitag gab es gezielte Verkehrskontrollen von Polizei und Ordnungsamt am Wall, am Hafen und auf Phoenix-West. An einem sonst in der Tuner-Szene beliebten Tag („Car-Freitag“) zählte die Polizei 60 Platzverweise, drei sichergestellte Fahrzeuge und 13 Ordnungswidrigkeits-Anzeigen.

Außerdem gab es Geschwindigkeitskontrollen des Ordnungsamtes an Dortmunder Hauptstraßen. 201 von 2508 gemessenen Fahrzeugen waren zu schnell unterwegs.

Einsätze wegen verbotener Osterfeuer gab es laut der Feuerwehr Dortmund nicht.

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