Droht nun ein Rechtsstreit um den Thor-Steinar-Laden?

mlzNach Zwangsschließung

Einen Tag nach der Schließung des Thor-Steinar-Ladens am Brüderweg ist noch unklar, wie es mit dem in der rechten Szene beliebten Geschäft weitergeht. Möglicherweise droht ein Rechtsstreit.

Dortmund

, 07.11.2019, 05:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Dienstagnachmittag hatte die Stadt kurzfristig reagiert: Der Zugang zu dem Ladenlokal von „Tønsberg“, einem Ableger der bei Neonazios beliebten Modemarke Thor Steinar, wurde amtlich versiegelt. Bei einer Brandschau in dem Räumen in einem Hinterhof am Brüderweg waren Brandschutzmängel festgestellt worden, teilte die Stadt mit.

Verfügt worden war die Schließung des in der rechten Szene beliebten Modegeschäfts von der Verwaltung bereits am 7. Oktober. Sie hatte festgestellt, dass für die neue Nutzung des Gebäudeteils keine Baugenehmigung vorliegt. Diese sei für die Umnutzung von einer Schreinerei zu einem Ladenlokal nötig gewesen.

Jetzt lesen

Am 9. November läuft die Frist für die aus diesem Grund verfügte Schließung aus. Die kurzfristige Schließung aus Brandschutzgründen kam nun einer möglichen Reaktion des Ladenbetreibers zuvor.

Nicht nur auf einschlägigen Internetseiten der rechten Szene wird am Tag nach dem Vorfall nun darüber spekuliert, dass der Ladenbetreiber wohl mit juristischen Mitteln gegen die Schließungsverfügungen vorgehen könnte. Und mehr.

Zu möglichen juristischen Folgen könnten womöglich auch Schadenersatzforderungen gegen den Vermieter gehören. Er hatte nach eigenen Angaben ebenfalls versucht, den unliebsamen Mieter loszuwerden - aber keine rechtliche Handhabe dafür gefunden. Der Mietvertrag für das Ladenlokal wurde über fünf Jahre abgeschlossen.

Der Vermieter hatte seinen eigenen Angaben nach erst im Nachhinein erkannt, auf wen er sich da eingelassen hatte: „Ich fühle mich damit sehr unwohl“, sagt der Mann Anfang September in einem Gespräch mit unserer Redaktion.

Es sei bei den Gesprächen vor Unterzeichnung des Vertrages nicht zu erkennen gewesen, dass es Verbindungen zu Rechtsextremisten gebe. Die Mieter hätten nur einen Laden für Textilien angekündigt. Auf keinen Fall habe er selbst vorher gewusst, wofür die neue Marke Tønsberg steht und welche Kundschaft zu erwarten war.

Nachdem ihm dies klar wurde und die Proteste gegen den Laden begonnen hatten, hatte er selbst auch das Gespräch mit der Stadtverwaltung gesucht, um seine Möglichkeiten auszuloten.

Zumindest dürfte vor dem Haus am Brüderweg nun wieder Ruhe einkehren. In den vergangenen Wochen hatte es dort immer wieder Demonstrationen gegen das der rechten Szene zugerechnete Mode-Label gegeben. Dazu kamen Attacken von Unbekannten gegen das Geschäft, unter anderem mit Farbbeuteln.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt