DSW21 schreibt 22 Millionen Euro Verlust für 2015

Dortmunder Stadtwerke

Die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) haben 2015 einen herben Verlust erlitten: 22 Millionen Euro. Als Hauptgrund führte DSW am Dienstag höhere Belastungen durch Pensionsrückstellungen an. Um zu sparen, prüft DSW in Abstimmung mit der Stadt die Ausdünnung von Buslinien "in Randbereichen" der Stadt.

DORTMUND

, 05.04.2016, 19:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
In Bahnen und Bussen transportierte DSW 21 im Jahr 2015 134,2 Millionen Fahrgäste.

In Bahnen und Bussen transportierte DSW 21 im Jahr 2015 134,2 Millionen Fahrgäste.

22 Millionen Euro Verlust hat DSW21 im Einzelabschluss für 2015 erzielt (nach einem Plus von 5,8 Millionen Euro 2014). "Unfröhlich" nannte DSW-Vorstandsvorsitzender Guntram Pehlke das Ergebnis, das er am Dienstag (5. April) vorstellte. Das Ergebnis des DSW-Konzerns (2014: -56,2 Millionen Euro) gibt es erst im Juni. 

Pehlke: Städtischer Haushalt werde durch Verlust nicht belastet

Auch wenn DSW21 das Minus durch vorhandenes Eigenkapital ausgleichen kann, sind es weiter schwere Zeiten für die Stadtwerke, die auch an den Bürgern nicht ganz vorbeigehen. Der städtische Haushalt werde durch den Verlust nicht belastet, erklärte Pehlke.

Und für die Zukunft? "Im Moment ist nicht erkennbar, dass der Haushalt dafür einstehen muss", sagt er – und schiebt nach: "Aber für Duisburg war das auch nicht erkennbar." Dort musste die Stadt im vergangenen Jahr einen Kredit von 203 Millionen Euro für ihre Stadtwerke-Tochter aufnehmen.

Im Projekt "Zukunft" will DSW bis 2018 strukturell 30 Millionen Euro einsparen. Das Personal wird um 200 Mitarbeiter abgebaut - durch Vorruhestand und Nichtwiederbesetzung frei werdender Stellen. Außerdem will DSW in Abstimmung mit der Stadt Buslinien "in Randbereichen" ausdünnen, wo sie von Fahrgästen nicht mehr angenommen werden. Einen entsprechenden Ratsbeschluss strebe DSW dieses oder nächstes Jahr an, so Pehlke.

43,6 Millionen Euro für Pensionsrückstellungen

Als Hauptgrund für den Verlust 2015 führt DSW die Rückstellungen für Pensionen an: Wegen der niedrigen Zinsen musste DSW 43,6 Millionen Euro (2014: 19,7 Millionen) für die Altersversorgung aktiver und ehemaliger Mitarbeiter zurückstellen. 

Als Betreiber von Bussen und Bahnen machte DSW 2015 einen Verlust von etwas weniger als 54 Millionen Euro (2014: 54,2 Millionen Euro). Das Ergebnis fiel weniger verlustreich aus als geplant (-62 Millionen Euro), aber eben stark negativ. Angesichts steigender Personal- und Materialkosten und anstehender Investitionen in Fahrzeuge und Infrastruktur geht DSW künftig von noch höheren Verlusten aus.

Was wird aus den RWE-Aktien von DSW?

Zu schaffen machen DSW auch die Anteile am Energieversorger RWE. Allerdings enthält das Ergebnis für 2015 immerhin noch 14 Millionen Euro aus der von RWE für 2014 gezahlten Dividende. Für 2015 aber streicht RWE die Dividende – DSW brechen dadurch fürs Ergebnis 2016 20 Millionen Euro weg. Pehlke geht davon aus, dass eine Null-Dividende nicht von Dauer ist: "RWE wird wieder ausschütten."

Was die Beteiligung an RWE generell anbelangt, sagt Pehlke: "Wir prüfen alle Optionen." Es sei erstens möglich, dass man Aktien der alten RWE, die sich auf Kohle- und Atomkraftwerke konzentriert, loswerde, und Anteile an der neuen Gesellschaft (für erneuerbare Energien) erwerbe. Oder, zweitens, man kaufe zusätzlich Aktien der neuen Gesellschaft. Drittens sei auch der alleinige Verkauf der RWE-Aktien nicht völlig ausgeschlossen. Aber eher unwahrscheinlich. 

Pehlke prognostizierte, dass die RWE-Aktie wieder steigen werde. Durch das "völlige Versagen" der Bundesregierung bei der Energiewende werde es ab 2020 Versorgungsengpässe geben, glaubt er: "Dann kommen die RWE-Kraftwerke wieder ins Geld."

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