Bis ins Jahr 2030 fehlen laut einer Bertelsmann-Studie 230.000 Erzieher in Deutschland, um eine kindergerechte Personalausstattung bei gleichzeitigem Kitaplatzausbau zu gewährleisten. © picture alliance/dpa
Fachkräfte gesucht

Dünne Personaldecke in Dortmunder Kitas: Wie akut ist der Mangel an Erziehern?

In Nordrhein-Westfalen besuchen drei von vier Kindern eine Kita, die einen Erziehermangel aufweist. Auch in Dortmund werden gut ausgebildete Fachkräfte händeringend gesucht.

Der Fachkräftemangel in der Kinderbetreuung ist auch in Dortmund ein Problem. Die Stadt Dortmund sowie auch die freien Träger seien ständig auf der Suche nach Erzieherinnen und Erziehern.

Mit die meisten Tagesstätten werden von dem evangelischen Kirchenkreis Dortmund, Lünen, Selm betrieben. Knapp 900 Mitarbeiter arbeiten mit Kindern innerhalb des Kirchenkreises, so Pressesprecher Wolfram Scharenberg.

Man sei aber ständig auf der Suche nach Erziehern – seit geraumer Zeit schalte man bereits Stellenanzeigen. Genaue Vakanzen kann Scharenberg nicht nennen.

7,5 Kinder kommen auf einen Erzieher – empfohlen werden 4,9

Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung besuchen knapp 77 Prozent der Kinder eine Kita, die eine nicht kindgerechte Personalausstattung habe. Demnach sei ein Mangel an Erziehern in allen Altersgruppen auffindbar. In altersgemischten Kita-Gruppen, also Kinder im Alter von zwei Jahren und älter, würden im Schnitt 7,5 Kinder auf einen Erzieher kommen – das sind knapp 2,5 Kinder mehr, als Experten empfehlen.

Im vergangenen Jahr wurden rund 635.000 Fachkräfte in Deutschland registriert. Das sind umgerechnet 61 Prozent mehr als noch 2011. Der Personalzuwachs liegt am massiven Kitaplatzausbau: Fast 61 Prozent der Kinder bis sechs Jahren besuchen inzwischen eine Kita oder andere vorschulische Einrichtungen – ein Anstieg von 22 Prozent seit 2011.

Bis zum Jahr 2030 fehlen laut der aktuellen Studie mehr als 230.000 Erzieher in Deutschland, um eine kindergerechte Personalausstattung bei gleichzeitigem Kitaplatzausbau zu gewährleisten.

Allerdings ist dieses Ziel unerreichbar: Für kindgerechte Bedingungen braucht es viel mehr Erzieher, als überhaupt in diesem Jahrzehnt ausgebildet werden könnten.

Ausfälle bedeuten einen akuten Engpass

Auf der Suche nach „gut ausgebildeten Erziehern“ befindet sich auch das Deutsche Rote Kreuz mit seinen Kita-Standorten in Dortmund. Derzeit seien die Kitas so besetzt, dass man problemlos arbeiten könne – dennoch würde ein Mangel an Erziehern bestehen.

„Vor allem bei Ausfällen besteht ein Engpass“, sagt DRK-Pressesprecher Klaas Pütschneider. Schon seit ein paar Jahren sei man dünn besetzt, in Zukunft befürchte man eine Zuspitzung des Problems.

Die Dortmunder Jugenddezernentin Daniela Schneckenburger teilt die Sorgen um einen Fachkräftemangel in der Kinderbetreuung. Aktuell sei der städtische Träger Fabido zwar noch nicht betroffen. Es seien aber Engpässe absehbar – auch vor dem Hintergrund des geplanten Rechtsanspruchs auf OGS-Betreuung.

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