Edeka wird auf der grünen Wiese gegenüber vom Wilhelmplatz gebaut

mlzSupermarkt in Dorstfeld

Auf der Frerichwiese am Dorstfelder Hellweg, schräg gegenüber vom Wilhelmplatz, wird ein Edeka entstehen. Bis zur Eröffnung der Supermarkt-Filiale soll es nicht mehr lange dauern.

Dortmund

, 14.10.2018, 04:20 Uhr / Lesedauer: 3 min

Erst sollte er kommen, dann wieder nicht, jetzt kommt er doch: Auf der Frerichwiese soll ein Supermarkt entstehen. Edeka will hier schon bald Dorstfeld mit einem Vollsortiment versorgen. Die entsprechenden Pläne sind vom Rat verabschiedet worden – sie umfassen inklusive aller Gutachten 1462 Seiten. Die wichtigsten Infos gibt es hier kompakt.

Was genau ist beschlossen worden? Der Rat hat in seiner Sitzung Ende September eine Vorlage verabschiedet, die Veränderungen eines Flächennutzungsplanes und mehrerer Bebauungspläne zum Inhalt hatte. Dadurch ist der Weg frei für die Errichtung eines Supermarktes im Zentrum Dorstfelds – gegenüber vom Wilhelmplatz direkt auf der Frerichwiese.

Was soll nun gebaut werden? Entstehen wird ein Edeka mit dazugehörigen Parkplätzen. „Der Frischemarkt soll als Nahversorger in den Ortskern von Dorstfeld integriert und nach modernsten Standards konzipiert werden“, teilt ein Edeka-Sprecher auf Anfrage mit. Das Sortiment soll über 20.000 Produkte umfassen. Mit dabei: Markenprodukte, Eigenmarken, lokale und regionale Produkte sowie Bio-Produkte. Die geplante Verkaufsfläche beträgt 1250 Quadratmeter. „Dazu kommt eine hochwertige Gastronomie (Backshop) mit Sitzgelegenheiten, die den Supermarkt zu einem Treffpunkt für die Dorstfelder Bürger machen soll, auch an Sonntagen“, so der Sprecher weiter. Geöffnet haben wird die Filiale voraussichtlich bis 21.30 Uhr. Aus Lärmschutzgründen muss der Parkplatz jedenfalls um 22 Uhr geschlossen sein.

Edeka wird auf der grünen Wiese gegenüber vom Wilhelmplatz gebaut

Ein Lageplan vom zukünftigen Edeka: Die Anfahrt soll vor allem über die Arminiusstraße erfolgen – und der Dorstfelder Hellweg geöffnet werden. © Stadt Dortmund

Wie sieht die Verkehrsplanung aus? Die Anfahrt zum Hauptparkplatz soll über die Arminiusstraße erfolgen. Eine kleinere Parkfläche sowie Anlieferzone im Südwesten des Geländes soll über die Spicherner Straße und den Dorstfelder Hellweg von Westen aus möglich sein. Der Lkw-Verkehr soll allerdings nicht über die Spicherner Straße, sondern über den Hellweg laufen.

Ein besonders wichtiger Punkt: Eine Öffnung des Dorstfelder Hellwegs soll geprüft werden. Geht der Daumen nach oben, könnten Autos an der Kreuzung zur Dorstfelder Allee wieder geradeaus bis ins Zentrum fahren. Derzeit ist das nicht möglich. Die Öffnung dieses Teilstücks hatte die Bezirksvertretung Innenstadt-West auf Antrag der CDU als Empfehlung in die Beschlussvorlage des Rates integriert. Gleiches gilt für eine Prüfung zur Öffnung der Edeka-Parkplätze für die Öffentlichkeit.

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Edeka Dorstfeld

Auf der Frerichwiese am Dorstfelder Hellweg, schräg gegenüber vom Wilhelmplatz, wird ein Edeka entstehen.
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Mit welchem Verkehr ist zu rechnen? Laut Verkehrsgutachten werde mit 1850 Kunden und rund 1650 Kfz-Fahrten pro Werktag gerechnet. 90 Prozent der Anfahrten laufen laut Prognose über die Arminiusstraße, der Rest über die Spicherner Straße.

Wann soll der Supermarkt eröffnen? Edeka geht derzeit davon aus, dass die Filiale 2020 eröffnen wird. Geführt werden soll sie von einer Kaufmannsfamilie aus der Region. „Wer das genau sein wird, geben wir im Laufe der kommenden Monate bekannt“, teilt der Sprecher mit. Der neue Supermarkt soll Arbeit für 50 Menschen in Voll- und Teilzeit bieten.

Vor einigen Jahren ist der Plan von Rewe, einen Supermarkt auf der Frerichwiese zu bauen, gescheitert. Warum? Im Mai 2013 hatte die Stadt Dortmund auf der Frerichwiese ein Schild aufgestellt und den Bau eines Rewe-Marktes angekündigt. Die Fertigstellung war für 2014 geplant. Vorsichtshalber wurden damals schon Rodungsarbeiten durchgeführt. Im Juni 2013 kassierte das Oberverwaltungsgericht Münster den Bebauungsplan aus formalen Gründen ein, Mitte 2014 war eine Anwohnerklage gegen den neuen Bebauungsplan erfolgreich.

Im September des selben Jahres gab Rewe das Interesse am Standort auf – der Naturschutzbund BUND verlangte Ersatzpflanzungen auf dem Gelände. Im Dezember 2014 vereinbarte die Stadt mit dem Investor, die Planung erst wieder aufzunehmen, wenn man einen Betreiber findet. Das ist geschehen.

Edeka wird auf der grünen Wiese gegenüber vom Wilhelmplatz gebaut

Diese verfallenen Häuser an der Wittener Straße wurden als Ort für den Supermarkt ins Gespräch gebracht. Die Idee wurde aber verworfen. © Stephan Schütze

Wie sieht es mit der Nahversorgung in Dorstfeld aus? Ein Edeka am Wilhelmplatz hat 2004 geschlossen. Zwar gibt es einige hundert Meter weiter nördlich an der Arminiusstraße einen Lidl, doch der Discounter ist kein Vollversorger. So etwas fehlt seit 14 Jahren rund um den Wilhelmplatz.

Was sagt die Politik? In der Bezirksvertretung Innenstadt-West sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Jörg Tigges: „Wir begrüßen diesen Standort ausdrücklich. Es ist aber zwingend notwendig, dass der Dorstfelder Hellweg geöffnet wird.“ SPD-Fraktionsvorsitzender Olaf Meyer äußert im Gespräch mit dieser Redaktion seine Freude über die Entscheidung: „Ich finde das sehr gut. Der Supermarkt wird für Belebung im Dorstfelder Zentrum sorgen.“ Gerhard Steingötter von den Linken bezweifelte in der BV-Sitzung eben jene Belebung der Gegend rund um den Wilhelmplatz.

Edeka wird auf der grünen Wiese gegenüber vom Wilhelmplatz gebaut

So soll der neue Edeka von Osten – also von der Arminiusstraße – aus betrachtet aussehen.

Gibt es auch kritische Stimmen? Ja, die gibt es. Während eine Anwohnerklage den jüngsten Versuch zur Ansiedelung eines Supermarktes auf der Frerichwiese zum Platzen brachte, begleiten auch die Naturschützer vom BUND die gesamte Entwicklung kritisch: „Das Projekt ist für uns nach wie vor vollkommen unverständlich“, sagt Thomas Quittek auf Anfrage. „Die Stadt rollt dem Investor den roten Teppich aus. Wir als BUND finden, dass eine der wenigen Grünflächen in Dorstfeld erhalten werden sollte.“

Quittek sieht außerdem zusätzliche Kosten auf die Stadt zukommen. Denn um die Jahrtausendwende ist die Frerichwiese über Fördermittel zur Grünanlage umgebaut worden. Knapp 200.000 Euro müssten zurückgezahlt werden, wenn die Wiese bebaut und der Dorstfelder Hellweg geöffnet werden würde.

Was passiert mit den Bäumen und dem Mahnmal für die Dorstfelder Synagoge? Sowohl Bäume als auch Mahnmal im Südosten des Geländes sollen unberührt bleiben. Für die restlichen abzuholzenden Bäume sind Ersatzpflanzungen vorgesehen – allerdings in Marten, direkt an der A45. Diese Tatsache bezeichnete der BUND in seiner schriftlichen Stellungnahme während des öffentlichen Eingabeverfahrens als „nicht akzeptabel“.

Kann der Bau noch verhindert werden? Vermutlich nur noch durch eine Klage – wie schon 2014.

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