EDG fleht: Bleibt möglichst weg von den Recyclinghöfen!

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Und wieder musste die EDG in Dortmund einen Hilferuf absetzen. Der Ansturm auf die sechs Recyclinghöfe hat erneut eingesetzt. Mit Folgen für alle Beteiligten.

Dortmund

, 09.04.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das können nicht alles Notfälle sein, wegen derer die Dortmunder in diesen Tagen die sechs Recyclinghöfe der Entsorgung Dortmund GmbH (EDG) in Scharen aufsuchen.

Offensichtlich gibt es viele Dortmunder mit Langeweile, die die Corona-Zeit nutzen, um Keller, Dachböden und Garagen aufzuräumen und das Gerümpel möglichst schnell bei der EDG loswerden wollen.

Viele davon haben den Ernst der Lage und die Gründe für die Einschränkungen und Kontaktverbote noch immer nicht verstanden. Nicht anders ist es zu erklären, dass der Ansturm auf die Recyclinghöfe erneut eingesetzt hat.

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Dabei hatte die EDG bereits in der Woche vor dem Kontaktverbot mit einem entsprechenden Appell, nur in Notfällen seinen Müll vorbeizubringen, Erfolg. „Zwischenzeitlich herrschte Normalbetrieb“, berichtet EDG-Sprecherin Petra Hartmann. Nun aber habe sich die Lage wieder zugespitzt.

„Steigende Müllablagerungen vermeiden“

Sie betont noch einmal, dass die EDG sich entschieden habe, die Höfe nicht zu schließen, um „für wirklich wichtige Fälle die Entsorgung in Dortmund zu sichern und um steigende Müllablagerungen zu vermeiden“.

Andere Städte hatten kurzzeitig die Höfe geschlossen und haben inzwischen wieder geöffnet, weil zu viele Menschen ihren Müll vor den Toren der Recyclinghöfe oder sonst wo entsorgt haben.

Neben den Aufräumarbeiten im Keller seien es vor allem die Arbeiten im Garten wie Grünschnitt, wegen derer die Dortmunder die Recyclinghöfe aufsuchten, so Hartmann. Doch der Ansturm führe zu „massivem Rückstau“ vor den Höfen und den dort stationierten Containern. Hartmann: „Wir haben auch das Problem, dass wir nicht sicherstellen können, dass die gebotenen Abstände eingehalten werden.“

Ansteckungsgefahr im Gedränge

Die Kollegen auf den Recyclinghöfen trügen zwar Masken und Handschuhe, doch auch für die Kunden untereinander sei das Gedränge wegen der Ansteckungsgefahr des Coronavirus problematisch.

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Deshalb appelliert die EDG noch einmal an die Dortmunder. Es sei jetzt nicht die Zeit zum Ausmisten. Sondern für Abstand und Zu-Hause-Bleiben, um die Ansteckungskurve abzuflachen.

Wer unaufschiebbare Gründe habe, wie etwa einen Umzug, sollte zudem nicht mit der gesamten Familie zum Recyclinghof kommen, mahnt die EDG – und alles schnell erledigen. Immer mit dem nötigen Abstand.

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