Ein Mann hat in der Nordstadt seine Ehefrau totgeprügelt - und muss jetzt lange in Haft. (Symbolbild) © picture alliance / Maurizio Gamb

Ehefrau in der Nordstadt totgeprügelt – Haft ohne Therapie für Täter

Nach einer tödlichen Prügelattacke in der Nordstadt hat der Bundesgerichtshof das Urteil des Dortmunder Schwurgerichts bestätigt. Der Angeklagte erhält keine Therapie und muss lange in Haft.

Das Schwurgericht hatte den 60-Jährigen im April 2020 zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Der Angeklagte hatte sechs Monate zuvor seine Ehefrau in der gemeinsamen Wohnung in der Nordstadt so massiv mit den Fäusten und einem Gürtel geschlagen, dass diese an den Folgen schwerer innerer Verletzungen gestorben war.

Grund für den Ausraster des Angeklagten war die Alkoholsucht der Frau gewesen. Die Stunden vor der Bluttat hatte das Paar zusammen in einer Kneipe verbracht, wo die 35-jährige Frau so viel Schnaps getrunken hat, dass sie am Ende einen Blutalkoholwert von 4,8 Promille aufwies.

Opfer bis zur Unkenntlichkeit verprügelt

In diesem Zustand soll der Angeklagte die Frau schließlich im Badezimmer brutal verprügelt haben. Als am nächsten Morgen ein Notarzt eintraf, konnte dieser das Opfer nicht einmal mehr anhand des Bildes im Personalausweis identifizieren. Zu sehr war das Gesicht zugeschwollen.

Der Angeklagte mit seinem Verteidiger Marcus Herberholz
Der Angeklagte mit seinem Verteidiger Marcus Herberholz © Martin von Braunschweig © Martin von Braunschweig

Der Angeklagte hatte sich im Prozess auf Erinnerungslücken berufen, allerdings immer wieder beteuert, er könne die Tat gar nicht verübt haben. „Wir haben uns doch geliebt“, sagte er den Richtern.

Dass der Angeklagte selbst die Haftzeit für eine Alkoholtherapie nutzen kann, hält der Bundesgerichtshof für unnötig. Seine Revision wurde verworfen.

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