Ehemaliger SPD-Arbeitsminister aus Dortmund Guntram Schneider ist tot

Trauer in der SPD

Guntram Schneider ist tot. Der Dortmunder SPD-Politiker und ehemalige NRW-Arbeitsminister starb im Alter von 68 Jahren. Viele politische Wegbegleiter zeigen sich bestürzt von der Nachricht.

Dortmund

, 04.01.2020, 12:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ehemaliger SPD-Arbeitsminister aus Dortmund Guntram Schneider ist tot

Engagiert, menschlich und im positiven Sinne streitbar: So kannten viele Dortmunder den SPD-Politiker Guntram Schneider. © Frank Bock (Archiv)

Am Abend des 3. Januar (Freitag) verbreitete sich die Nachricht von Guntram Schneiders Tod über soziale Netzwerke und Medien. Der gebürtige Gütersloher und jahrzehntelange Wahl-Dortmunder wurde 68 Jahre alt.

Das Mitarbeiterteam des SPD-Politikers hatte bei Facebook mitgeteilt: „Wir müssen Euch leider mitteilen, dass unser Kollege, Genosse und Freund Guntram Schneider verstorben ist. Wir sind unfassbar traurig über seinen Tod. Die Arbeiterbewegung und die Sozialdemokratie verlieren einen faszinierenden und aufrichtigen Menschen. Lieber Guntram, wir trinken ein letztes Pils auf Dich. Mach es gut!“ Unter dem Beitrag kondolieren zahlreiche Dortmunder.

Armin Laschet und Hannelore Kraft drücken ihre Trauer aus

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sendet über die Staatskanzlei am Samstag ein Statement: „Ich trauere um einen langjährigen Weggefährten, dem ich vertraute und der für mich mehr war als ein Kollege.“ Laschet hob die menschlichen Qualitäten von Schneider hervor. „Solidarität war für ihn nicht nur eine Worthülse, sondern eine Lebenseinstellung.“

Die ehemalige NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, unter der Guntram Schneider von 2010 bis 2015 als Minister Arbeit, Soziales und Integration tätig war, äußerte sich ebenfalls zur Nachricht: „Ich bin sehr dankbar, dass ich mit ihm zusammen für Nordrhein-Westfalen arbeiten durfte. Seine Menschlichkeit, seine Direktheit und seinen Humor werde ich sehr vermissen.“

Die SPD Dortmund sowie zahlreiche weitere Politiker aus Nordrhein-Westfalen drückten ihre Trauer über Schneiders Tod aus.

Die Dortmunder DGB-Vorsitzende Jutta Reiter sagte am Sonntag: „Mit dem Tod von Guntram Schneider verliert die Gewerkschaftsbewegung einen profilierten Mitstreiter, der immer Klartext sprach und auch vor unbequemen Auseinandersetzungen nie zurückschreckte. Seine gewerkschaftlichen Ziele, soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit waren die Triebfeder für sein Handeln.“

Engagierter Gewerkschafter

Guntram Schneider war seit 1971 SPD-Mitglied und von Beginn seiner Karriere an im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) aktiv. Ab 1985 war Dortmund dabei eines seiner Hauptbetätigungsfelder. Von 2006 bis 2010 war er Vorsitzender des DGB-Landesverbands Nordrhein-Westfalen.

Im Mai 2010 berief ihn die SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft als Minister für Arbeit, Soziales und Integration in ihr Kabinett. Im Mai 2012 trat er für den Landtagswahlkreis IV (Hombruch, Hörde und Lütgendortmund) bei der Landtagswahl an und wurde in das Parlament gewählt.

Auf eigenen Wunsch zurückgezogen

2015 trat Schneider auf eigenen Wunsch von seinem Landtagsmandat und dem Ministeramt zurück. Zur NRW-Wahl 2017 trat er nicht mehr an.

Guntram Schneider war in Dortmund als engagierter Politiker bekannt, der die Arbeit vor Ort ernst nahm. Mit seiner klaren Haltung gegen Rechtsextremismus und seinem konsequenten Einsatz für soziale Themen schätzten viele Menschen sein klares Profil als Politiker.

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