Eigenständigkeit von Senioren fördern

DORTMUND Die Menschen werden nicht nur immer älter, sie bleiben auch länger fit. Wie Gemeinden Senioren helfen können, möglichst lange ein eigenständiges Leben zu führen, damit beschäftigten sich am Dienstag auf einer Tagung in den Westfalenhallen über 300 Teilnehmer aus allen Bereichen der Seniorenarbeit.

15.01.2008, 16:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Peter Fettweis, Staatssekretärin Dr. Marion Gierden-Jülich, Gabriele Winter von der Freien Wohlfahrtspflege und  Ernst Giesen bei der Fachtagung.

Peter Fettweis, Staatssekretärin Dr. Marion Gierden-Jülich, Gabriele Winter von der Freien Wohlfahrtspflege und Ernst Giesen bei der Fachtagung.

„Rund 770 000 Menschen in der Bundesrepublik sind älter als 80 Jahre“, sagt Dr. Marion Gierden-Jülich, Staatssekretärin im NRW-Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration. Bis ins Jahr 2050 steige ihre Zahl auf 2,2 Millionen an. Schwindende Familienverbände und nachbarschaftliche Netzwerke müssten daher zunehmend durch andere Strukturen ersetzt werden, die Älteren den Rücken stärken. „Vor allem brauchen wir Beratungsangebote, die zur Eigenverantwortung anregen, statt die Senioren zu bevormunden“, sagt sie.

Dortmund hat Vorbildcharakter

Die Stadt Dortmund habe da mit ihren Seniorenbüros in den einzelnen Stadtbezirken ein Beratungskonzept mit Vorbildcharakter entwickelt, lobte Peter Fettweis, Leiter des Referats Seniorenpolitik im selben Ministerium. Auch Leverkusen zeige mit der „Drehscheibe“, einem Angebot von Ehrenamtlern für Senioren, gute Ansätze.

Rückkehr aus dem Altenheim

„Teils sind die Angebote zwar ganz gut ausgebaut, aber noch nicht auf die veränderte Lebensweise von Senioren eingestellt“, findet Gierden-Jülich. Einmal pro Woche „Kaffeekränzchen in der Pfarrgemeinde“ genüge nicht mehr. Wo Ältere ein ansprechendes und örtlich gut erreichbares Angebot vorfänden, sei es sogar möglich, sie aus dem Altenheim in einen eigenen Haushalt zurückzuführen, sagt Gabriele Winter von der Freien Wohlfahrtspflege: „Dafür müssen Netzwerke von der Apotheke bis zur Klinik her. Aber das erfordert Kümmerer und die kosten Geld“, so Winter.

Fazit

Ernst Giesen, Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes NRW, schlägt deshalb vor: „Die Kommunen suchen neben Partnern in der Freien Wohlfahrtspflege vor allem ältere Ehrenamtler, die sich für Ältere einsetzen.“ Fazit der Tagung von Gemeinden, Politik und Verbänden: Ein ansprechendes, gut erreichbares aber kostengünstiges Angebot muss her, um Senioren bis ins hohe Alter ein eigenständiges Leben zu ermöglichen. Ein Anfang ist gemacht.

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