„Ein Abriss wäre der letzte Schritt“: So steht es um das Wichernhaus

mlzWichernhaus

Wegen Hausschwamm und Schimmel wurde Dortmunds ältester Kindergarten im Wichernhaus geschlossen. Wie es mit dem Haus weitergeht, wird derzeit geprüft.

Wickede

, 15.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Den alltäglichen Trubel gibt es im Wichernhaus in Wickede schon lange nicht mehr. Bereits Anfang des Jahres wurden die 40 Kindergartenkinder aus dem Gebäude ausquartiert, das Gebäude für Besucher geschlossen. Der Grund: Hausschwamm und Schimmelbefall im ganzen Gebäude.

Wasserschäden hatte es in dem historischen Gebäude, das aus dem Jahr 1903 stammt, schon öfter gegeben. Wie viele Häuser in der Umgebung, leidet das Wichernhaus an der Feuchtigkeit des Bodens. Bisher konnten die Schäden immer einfach behoben werden, doch dieses Mal könnte es kostspielig werden.

Gerüchte um einen feststehenden Abriss

So würde die Grundsanierung wohl eine mindestens sechsstellige Summe Kosten. Deshalb werden momentan alle Möglichkeiten für und gegen eine Sanierung abgewogen. In den sozialen Netzwerken machten zuletzt Gerüchte die Runde, dass ein Abriss bereits feststehe. Sogar eine Petition für den Verbleib wurde bereits ins Leben gerufen. Dabei sei noch nichts beschlossen, wie es mit dem Wichernhaus weitergeht, erklärt Hanno May, Pfarrer der evangelischen Gemeinde. „Ein Abriss wäre für uns der letzte Schritt. Wir würden das Gebäude eigentlich natürlich auch am liebsten halten“, sagt er.

Während der Sommerferien soll das Gebäude nun auf Herz und Nieren geprüft werden, im Herbst erwartet der Pfarrer eine endgültige Entscheidung, wie es am Rübenkamp für alle Beteiligten weitergeht. „Eigentlich bin ich guter Dinge. Aber wenn uns im Herbst natürlich alle sagen, dass eine Sanierung keinen Sinn macht, dann müssen wir über den Abriss nachdenken“, erklärt Hanno May.

Lösung für die Kindergartenkinder ist klar

Doch egal, wie es mit dem Wichernhaus weitergeht: Für die Kindergartenkinder ist bereits eine Lösung gefunden worden. Die Unterbringung in der Kindertagesstätte an der Meylantstraße war ursprünglich nur eine provisorische Lösung, soll jetzt aber dauerhaft so bleiben. Vorhandene Räume dort bieten die Möglichkeit für diese Lösung. Beide Kitas bilden sowieso gemeinsam ein Familienzentrum und unternehmen auch zusammen Ausflüge.

Doch die „Rübe“, wie das Gebäude am Rübenkamp von vielen Wickedern liebevoll genannt wird, hat nicht nur für die Verantwortlichen und die Kinder einen Wert. So hatte das Wichernhaus 1903 Dortmunds ersten Kindergarten beherbergt. Viele Wickeder haben dementsprechend selbst viele Erinnerungen an ihre Kindergartenzeit in dem historischen Gebäude, so May: „Da hat es schon einen hohen emotionalen Wert für viele.“

Lesen Sie jetzt