Viele Studierende gerieten durch die Corona-Pandemie in finanzielle Schwierigkeiten. (Symbolbild) © picture alliance/dpa
Corona-Pandemie

Ein Drittel der Überbrückungshilfen für Studierende in Dortmund abgelehnt

Viele Studierende haben ihren Job in der Corona-Zeit verloren. Daher sind sie auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Aber längst nicht alle Anträge auf Hilfen werden bewilligt.

Kellner im Restaurant oder in der Bar, Sicherheitsmitarbeiter bei Veranstaltungen oder Aushilfe im Einzelhandel – alles übliche Jobs für Studierende. Doch diese Beschäftigungen waren in diesem Jahr gar nicht oder nur eingeschränkt möglich. Deswegen sitzen viele Studierende auf dem Trockenen. Laut einer Studie des Personaldienstleisters Zenjob haben 40 Prozent ihren Job verloren.

Um trotzdem über die Runden zu kommen, sollten Überbrückungshilfen die tote Hose im Portmonee ausgleichen. Doch diese sind anscheinend nicht so einfach zu bekommen. Laut Dortmunder Studierendenwerk wurden von den bisher eingereichten Anträgen 35 Prozent abgelehnt. Insgesamt wurden in den Monaten November und Dezember bisher rund 2547 Anträge gestellt.

Nachreichungen kommen zu spät

„Der Hauptablehnungsgrund liegt zumeist darin, dass eine pandemiebedingte akute Notlage im Sinne der Richtlinie des Bundesministerium für Bildung und Forschung nicht schlüssig nachgewiesen bzw. plausibilisiert werden kann“, sagt Petra Mikolajetz, Pressesprecherin des Studierendenwerks Dortmund.

Als weiteren Grund stelle man fest, dass die Antragssteller die angeforderten Nachreichungen nicht fristgerecht einreichen.

Bei der Überbrückungshilfe können – je nach nachgewiesener Bedürftigkeit – zwischen 100 Euro und 500 Euro als nicht rückzahlbarer Zuschuss gezahlt werden. Die Inanspruchnahme von Darlehen, Stipendien oder anderen Unterstützungen schließt die Bewerbung für die Überbrückungshilfe nicht aus.

Für den Monat Dezember können Anträge auf finanzielle Unterstützung noch bis zum 31. Dezember gestellt werden. Insgesamt wurde die Überbrückungshilfe bis zum Ende des Wintersemesters (31. März 2021) verlängert. Dementsprechend können auch für die Monate Januar, Februar und März Anträge gestellt werden.

Die Pressesprecherin des Studierendenwerks gibt Tipps für das Ausfüllen der Formulare:

Man sollte unbedingt darauf achten, dass die eingereichten Unterlagen und Erklärung verdeutlichen, dass die finanzielle Notlage auf die Pandemie zurückzuführen ist. Dazu gehören folgende Gründe:

  • Weggefallener Unterhalt der Eltern
  • Kündigung innerhalb der letzten zwei Monate
  • Erfolglose Bewerbungen (mindestens 2) innerhalb der letzten 2 Monate
  • Wegfall von selbstständigen Einkommen
  • Es müssen von allen kurzfristig verfügbaren Konten die Kontoauszüge vorliegen.Dazu zählen auch Tagesgeldkonten, Wertpapierdepots und PayPal-Guthaben.

Bei den Kontoauszügen sei es besonders wichtig, dass der Name, die Kontonummer und ein Anfangs- und Endsaldo zu sehen sind. Screenshots seien nicht ratsam.

Weitere Informationen und Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Überbrückungshilfen gibt es auf der Internetseite des Deutschen Studentenwerks.

Auch Darlehen möglich

Neben der Überbrückungshilfe und dem Bafög gibt es noch andere Möglichkeiten für Studierende, in dieser Zeit finanzielle Unterstützung zu bekommen. Für finanzielle Notlagen bieten die Studierendenwerke in NRW das zinslose Daka-Darlehen (Darlehenskasse der Studierendenwerke) an. „Hierfür muss eine Bürgschaft – zum Beispiel von den Eltern – vorgelegt werden“, erklärt Mikolajetz.

Eine weitere Möglichkeit ist das Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Hierbei sei jedoch zu beachten, dass es nur zeitweise zinsfrei ist, meint die Pressesprecherin.

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Gebürtiger Brandenburger. Hat Evangelische Theologie studiert. Wollte aber schon von klein auf Journalist werden, weil er stets neugierig war und nervige Fragen stellte. Arbeitet gern an verbrauchernahen Themen, damit die Leute da draußen besser informiert sind.
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Maximilian Konrad

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