Ein Freundeskreis unterstützt die Radtour, die Schüler zu Orten von NS-Gräueltaten führt

mlzDo-Tour für Respekt

2014 fing alles an. Die Jugendfreizeitstätte in Aplerbeck hatte die Do-Tour ins Leben gerufen. Die ist mittlerweile gewachsen - mit einem Freundeskreis und einer besonderen Baumpflanzung.

Aplerbeck

, 28.03.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dem kleinen, unscheinbaren Apfelbaum, der auf dem Rasen der Jugendfreizeitstätte in Aplerbeck an der Schweizer Allee gepflanzt worden ist, sieht man seine große Bedeutung nicht an. Es ist eine ganz seltene Sorte - ein Korbiniansapfel. Auch bekannt unter dem Namen KZ-3. Es ist eine Apfelsorte, die der Pfarrer Korbinian Aigner während seiner Gefangenschaft im KZ Dachau züchtete.

Noch während seiner Haftzeit gelang es ihm, die Sorte aus dem Lager zu schmuggeln. Eigner überlebte das Lager und starb 1966 in Bayern. Die Apfelsorte jedoch ist als Symbol geblieben. Ein Symbol für den Widerstand gegen Rechts und gegen jede Art von Rassismus.

Schüler aus den weiterführenden Schulen

Gepflanzt wurde das Bäumchen von Mitgliedern des neuen Freundeskreises Do-Tour für Respekt. Der Fahrradtour, die seit 2014 an Orte führt, an denen die Nazis im Raum Dortmund Gräueltaten verübt haben. Stationen sind zum Beispiel die Steinwache am Hauptbahnhof oder das Mahnmal in der Bittermark. Schüler aus den weiterführenden Schulen an der Schweizer Allee nehmen daran teil. Im vergangenen Jahr waren es fast 80 Personen. „Damit sind wir an unserer Kapazitätsgrenze angelangt“, sagt Peter Gehrmann, Mitarbeiter der Jugendfreizeitstätte. In deren Räumlichkeiten wurde die Gründung des Freundeskreises, die durch das Apfelbäumchen symbolisch markiert wurde, noch bei Live-Musik gefeiert.

Die Band Hatton Cross sorgte mit ihren kreativen Interpretationen von Songs zum Zuhören, Mitschnippen und Abrocken für den musikalischen Rahmen während des Gründungsabends des Förderkreises.

Die Band Hatton Cross sorgte mit ihren kreativen Interpretationen von Songs zum Zuhören, Mitschnippen und Abrocken für den musikalischen Rahmen während des Gründungsabends des Förderkreises. © Rüdiger Barz

Die Tour wurde in den vergangenen Jahren immer größer. Auch immer mehr Förderer unterstützten die Idee. Mit finanziellen Mitteln und auch ideell. Ein Freundeskreis war da nur die logische Konsequenz.

Die Do-Tour für Respekt hat jetzt auch ihren eigenen Internetauftritt. Auf der Homepage, die nur durch das Engagement des Freundeskreises aufgebaut werden konnte, gibt es ab sofort alle möglichen Informationen rund um die Idee und das Motto der Tour: „Wer die Geschichte nicht kennt, wird die Gegenwart niemals verstehen.“

Gründungsmitglieder nicht nur aus Dortmund

Die Gründungsmitglieder des Freundeskreises kommen im Übrigen nicht nur aus Dortmund. So ist mit Katrin Brüggemann eine Medienproduzentin aus Konstanz mit dabei. Oder Volker Vödisch, ein Diplom-Sozialpädagoge aus Hamburg. Um nur einige Beispiele zu nennen. 17 Personen sind es insgesamt - und es werden immer mehr.

„Für den Apfelbau wird auch noch eine Tafel angefertigt, die die Geschichte des KZ-3 Apfel erzählt“, sagt Peter Gehrmann. Und der ist zusammen mit seiner Kollegin Heike Stäwen schon mit dem nächsten Projekt der Do-Tour beschäftigt. Einer Filmvorführung im Rahmen des Friedenstages in Aplerbeck am 11. April.

Und dann ist da auch noch die Do-Tour für Respekt 2019. Die findet am 19. und 20. September dieses Jahres statt - diesmal auch mit Freundeskreis.

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