Ein auf den Boden gespraytes Symbol weist auf dem Ostenhellweg auf die Pflicht hin, Mund-Nasen-Schutz zu tragen. © dpa (Archiv)
Chronologie

Ein Jahr Corona in Dortmund: Die erste Welle war nur ein Plätschern

12 Monate nach den ersten Dortmunder Corona-Fällen wirkt die „erste Welle“ im Vergleich zur zweiten harmlos. Ein Rückblick voll mit negativen Höchstwerten - aber auch einigen guten Nachrichten.

Vor einem Jahr hätte sich wohl kaum jemand auch nur vorstellen können, wie die folgende Zeit verlaufen sollte. Das waren die wichtigsten Daten der ersten zwölf Corona-Monate für Dortmund:

5. März: Die ersten beiden Dortmunder werden positiv auf das Coronavirus SARS-CoV-2 getestet. Sie waren zuvor im Iran – das Land hatte da bereits einige Infektionen zu verzeichnen.

8. März: Das bisher letzte große Konzert in der Westfalenhalle findet statt.

16. März: 37 Menschen aus Dortmund sind infiziert. Schulen und Kitas werden geschlossen. Zwei Tage später bleibt der Einzelhandel dicht, Cafés und Restaurants dürfen erst nur bis nachmittags und etwas später nur mit Außer-Haus-Verkauf öffnen.

21. März: Das erste Ansammlungsverbot für mehr als vier Personen tritt in Kraft. Ab dem 23. März dürfen dann nur noch zwei Personen zusammen in der Öffentlichkeit unterwegs sein.

2. April: Es gibt den ersten Corona-Todesfall in Dortmund. Eine 85-jährige Frau ist gestorben. 360 Infektionen sind bis zu diesem Zeitpunkt in der Stadt insgesamt nachgewiesen.

10. April: Der negative Höhepunkt der „ersten Welle“: 286 Dortmunder gelten laut Stadtverwaltung als gleichzeitig infiziert. Im Rückblick erscheint die Welle wie ein seichtes Plätschern.

20. April: Der Lockdown wird langsam gelockert. Geschäfte dürfen wieder öffnen, drei Tage später kehren die ersten Schülerinnen und Schüler in die Schulen zurück.

8. Mai: Zum ersten Mal seit drei Monaten meldet die Stadt Dortmund in ihrer täglichen Mitteilung keine Neuinfektion.

30. Mai: Nur noch 9 Personen gelten als gleichzeitig infiziert: der bisherige Tiefstwert seit der Spitze der ersten Welle. Bis zu zehn Personen dürfen sich in der Öffentlichkeit treffen. Das Leben normalisiert sich.

4. Juli: Es gibt wieder Live-Musik in größerem Rahmen. 350 Menschen können auf extra aufgestellten Stühlen die Juicy-Beats-Park-Sessions im Westfalenpark verfolgen.

19. September: Das erste von zwei BVB-Heimspielen mit mehr als 500 Zuschauern seit Beginn der Einschränkungen: 9300 Fans sehen einen Sieg zum Start der neuen Saison.

13. Oktober: Die Fallzahlen steigen wieder an. Nach Überschreitung des Warnwertes von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in 7 Tagen tritt die Maskenpflicht auf dem Westenhellweg in Kraft. Zwei Tage später reißt Dortmund auch den 50er-Inzidenzwert. Damit wird die Stadt Risikogebiet.

2. November: Die Fallzahlen steigen exponentiell. Innerhalb von sieben Tagen sind sieben Dortmunder mit Corona-Infektion gestorben. Damit gibt es insgesamt 28 Todesfälle in der Stadt. Am 5. November überschreitet Dortmund auch die 200er-Inzidenz. Der Winter-Lockdown beginnt zunächst in der „Light-Variante“ und mit geschlossener Gastronomie.

7. November: Statistisch gesehen der Tag mit der stärksten Virus-Verbreitung in Dortmund. 2564 Einwohnerinnen und Einwohner gelten als gleichzeitig infiziert.

17. November: 174 Corona-Patienten werden in den Krankenhäusern stationär behandelt: der bisherige Höchstwert.

30. November: Dortmund verzeichnet 54 Corona-Tote allein im November. Das sind mehr als doppelt so viele als in allen Monaten zuvor zusammen (26).

5. Dezember: Infektion Nummer 10.000 wird vermeldet. Damit ist etwa jeder 60. Dortmunder bereits infiziert gewesen. Fünf Tage später gibt es den 100. Todesfall in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

16. Dezember: Der „Lockdown Light“ wird verschärft. Die Schulen werden zum zweiten Mal im Jahr 2020 geschlossen.

27. Dezember: Endlich gibt es wieder gute Nachrichten – dabei handelt es sich um einen Meilenstein zur Bewältigung der Pandemie. Eine 65-jährige Pflegekraft ist die erste Dortmunderin, die gegen das Coronavirus geimpft wird.

22. Januar: Der größte Corona-Ausbruch in einem Dortmunder Seniorenzentrum fordert das erste Todesopfer. Bis zum 12. Februar sterben 18 Bewohner des Awo-Seniorenzentrums in Kirchlinde im Zusammenhang mit Covid-19.

8. Februar: Das Impfzentrum auf Phoenix-West in Hörde nimmt den Betrieb auf. Hier werden zunächst Über-80-Jährige geimpft.

4. März: Ein Jahr nach den ersten Dortmunder Fällen sind rund 18.500 Corona-Infektionen in der Stadt nachgewiesen. Damit ist statistisch gesehen bei jeder 32. Person eine Ansteckung bekannt geworden. Weil viele Menschen keine Symptome entwickeln, liegt die Dunkelziffer wohl deutlich höher. Das Robert-Koch-Institut bezeichnet 310 gestorbene Dortmunder als Covid-Tote.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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Kevin Kindel

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