Ein Pastor und drei „Normale“: Wie die Leitung des katholischen Forums Menschen erreicht

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Früher war er in der Möbelbranche tätig, heute ist Stefan Tausch Pastor. Mit einem Theologenteam leitet er das katholische Forum Dortmund. Und sagt: „Wir gehen auf die Leute zu.“

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, 15.10.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn Pastor Stefan Tausch (55) und sein Kollege, der 30-jährige Theologe Stefan Kaiser, in der Innenstadt unterwegs sind - mit der rollenden Kirchenbank zum Beispiel - dann sind die meisten Leute zunächst misstrauisch. „Wir müssen ihnen erst einmal klarmachen, dass wir nichts verkaufen wollen“, sagt Stefan Kaiser. Dann lacht er: „Die meisten sind ganz verblüfft, wenn wir sagen, dass wir einfach nur Zeit haben.“

Stefan Tausch muss ebenfalls lächeln, wenn er daran denkt, welche Scheu doch so mancher Passant vor dem Priestertalar hat. „Manchmal sagen die Leute zu mir: Ist Ihr Kollege auch Priester, oder ist das ein ganz normaler Mensch?“

Von der Möbelbranche zum Traumberuf

Ein „normaler Mensch“, das war Stefan Tausch früher auch einmal. Damals, als er noch Industriekaufmann in der Möbelbranche war. Bevor er den „normalen Stuhl gegen den heiligen Stuhl“ getauscht hat, wie er erzählt. „Ich bin ein Spätberufener. Als ich einen begeisterten Priester kennenlernt habe, wollte ich selber auch Pastor werden.“ Und Stefan Tausch hat seinen Traumberuf gefunden.

Seit dem Juli leitet er das katholische Forum Dortmund, gemeinsam mit dem Theologen Stefan Kaiser, Theologin Karin Stump und Sekretärin Jeannine Gerigk. Und mit rund 100 ehrenamtlichen Mitarbeitern. „Die Arbeit macht Spaß, denn sie geht weit über diesen Innenhof hinaus“, sagt er und zeigt auf den Propsteihof und die Propsteikirche.

Gespräche über „Gott und die Welt“

Denn beide Stefans haben sich auf die Fahnen geschrieben, die Menschen erreichen zu wollen. „Die christliche Botschaft ist stark, zeitlos, kreativ und aktuell. Dafür brenne ich“, sagt Stefan Tausch. Und Stefan Kaiser berichtet von „persönlichen, atemberaubenden“ Gesprächen mit Menschen. Über Tierschutz und Ethik, über Stress im Alter. Über die Leere, die mancher fühlt. Oder einen Obdachlosen, der mit sich hadert, weil er an Gott glaubt, aber nicht an Jesus.

„Viele Menschen sind auf der Suche nach etwas. Und das können sie bei uns finden“, glaubt Stefan Kaiser.

Um ein breites Angebot zu schaffen, steht Vernetzung ganz oben auf der Liste des Leitungs-Teams. Kontakte zu Schulen, zur katholischen Hochschulgemeinde, zu anderen Gemeinden - auch der evangelischen Kirche. Eine neue Homepage ist in Bearbeitung. Es gibt also viel zu tun.

Ohne die Ehrenamtlichen wäre das alles nicht zu schaffen. Einer von ihnen ist Jürgen Kanditt. „Ich bin hier der Alterspräsident“, sagt der 67-Jährige. Seit rund zwölf Jahren ist er dabei, leitet unter anderem die Gruppe „Männerpalaver“ und macht auch sonst viel. Unter anderem betreut er ehrenamtlich Häftlinge. „Diese Tätigkeit gibt mir sehr viel“, sagt Kanditt.

Das Katholische Forum bietet einen Grundkurs des Glaubens an, der immer mittwochs um 19.30 Uhr im Propsteihof 10 stattfindet. Los geht es am 30. Oktober mit dem Motto „Heute von Gott reden“. Am 6. November heißt das Thema „Die Bibel und Jesus von Nazareth“. Um „Sakramente: Heilszeichen Gottes“ dreht sich alles am 13. November und am 20. November heißt der Vortrag „Wozu Kirche?“. Anmeldung bis zum 18. Oktober (Freitag) unter Tel. 1 84 81 10 oder per E-Mail an info@katholisches-forum.de.
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