Ein Tag auf der Baustelle Westfalentower

Über den Dächern Dortmunds

DORTMUND Es klackert und rauscht abwechselnd. „Das ist der Beton“, erklärt Johann W. Zimmer. Per Pumpe und Steigleitung wird er durch den offenen Aufzugsschacht in den 21. Stock befördert. Die Baustelle Westfalentower liegt in den letzten Zügen.

von Von Oliver Volmerich

, 17.10.2009, 05:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Doch um die tolle Aussicht zu genießen, haben die Betonbauer, die gerade eine Stütze ausgießen, keine Zeit. Ein zäher Brei fließt aus dem Plastikschlauch unter der frisch vollgepumpten „Betonbombe“, die am Ausleger des 120 Meter hohen Krans hängt. „Harte Arbeit. Ich hab‘ einen Riesenrespekt vor den Leuten“, sagt Dirk Migas. Insgesamt sind unter der Regie von Freundlieb gut 220 Leute auf der Riesenbaustelle im Einsatz. Denn während die Betonbauer oben unter freiem Himmel Stützen und Decken gießen, läuft weiter unten schon der Fassaden- und Innenausbau. „Bis zur 17. Etage sind die Fenster montiert, bis zur zwölften die Fassade, ein weiß-grauer Natursandstein aus dem Main-Gebiet“, erklärt Zimmer. Je weiter man die Treppen hinabsteigt, desto perfekter wird das Bild vom Arbeiten im neuen Büroturm. In der 18. Etage stehen riesige Holzkisten. „Da drin sind die Fensterelemente, die von innen eingesetzt werden“, weiß Zimmer.

In der 17. hängen blaue Matten von der Decke – das Innenleben der Kühl- und Heizdecken, die zwei Stockwerke tiefer gerade eingeputzt werden. „Jede Woche ist ein Gewerk fertig“, gibt Migas den Takt der Arbeit vor. „Alles funktioniert nach einem sehr ausgeklügelten Bauablauf-System“, lobt Zimmer die Bau-Organisation durch Freundlieb. In den unteren acht Etagen bekommt man schon einen guten Eindruck von den künftigen Büroetagen. „Jeweils Einheiten von 400 Quadratmetern, die ganz nach Mieterwunsch aufgeteilt werden können“, erläutert Zimmer. Das gilt für das Hochhaus genauso wie für die vier- und sechsgeschossigen Riegelbauten, bezeichnet als „Atrium und Forum“. Dazwischen liegt ein großzügiges Foyer mit einladendem Vordach, in dem ebenfalls eifrig gewerkelt wird. Im „Atrium“ wird der Boden aus schwarzem Muschelkalk verlegt. In einer Etage ist sogar schon ein Musterbüro eingerichtet, um potenzielle Mieter von den Vorzügen des Neubaus zu überzeugen.„Und, hören Sie was?“, fragt Migas und zeigt auf die B1, die wenige Meter entfernt vor dem Fenster vorbeirauscht. Nein. Man hört nichts. „Die Fenster sind Schallschutzklasse 5 und davor gibt es Prallschutz-Scheiben“, erklärt der Bauleiter.

Was fehlt sind nur noch die Mieter. Entgegen üblichen Gepflogenheiten wurde der Bau des Bürokomplexes ohne Vormietung begonnen. Doch Zimmer ist optimistisch, dass es bald erste Vertragsabschlüsse gibt. Vielleicht schon Ende November, wenn statt der Betonbombe der Richtkranz am Kran schwebt. Dann ist zumindest für die Betonbauer auf dem Hochhaus die Arbeit getan. 

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt