Einbruchszahlen in Dortmund auf Tiefststand: Das sind die Gründe

mlzEinbrüche in Dortmund

Die Zahlen der Wohnungseinbrüche waren im Juni 2019 so niedrig wie seit sieben Jahren nicht. Warum ist das so? Wir haben nachgefragt.

Dortmund

, 22.07.2019 / Lesedauer: 3 min

753 Wohnungseinbrüche im Juni 2019 - damit sind die Zahlen in Dortmund auf dem niedrigsten Stand seit 2012. Zum Vergleich: Im Juni 2015 waren es mit 1947 Einbrüchen noch mehr als doppelt so viele. Wie kommt der Rückgang zustande?

Laut Polizeisprecher Peter Bandermann ist der Rückgang der Einbruchszahlen auf das Zusammenspiel mehrerer Partner zurückzuführen. Der wichtigste von ihnen: Der Bürger selber.

So schützen immer mehr von ihnen ihr Eigentum besser. Ob nun durch neue Sicherungstechnik oder auch neue Wärmedämmungen an Fenstern: Einbrüche scheitern deutlich häufiger, so die Polizei.

Kostenlose Beratung der Polizei Dortmund

Zudem nehmen immer mehr Bürger die Beratung des Kommissariats für Kriminalprävention und Opferschutz der Polizei Dortmund wahr. Sie lassen sich darüber informieren, wie sie sich gegen Einbrüche schützen können. Die Beratung gibt‘s gratis.

Das Kommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz berät die Bürgerinnen und Bürger aus Dortmund auch in persönlichen Gesprächen kostenlos und neutral. Es ist unter der 0231/132-7950 zu erreichen.

Gleichwohl setzt die Polizei Dortmund auch auf die Unterstützung durch die Bürger: Vor allem aufmerksame Anwohner, die verdächtige Personen im Umfeld beobachten und Hinweise über den Notruf 110 weitergeben, helfen der Polizei, präventiv einzuschreiten, so Bandermann.

Auch die Polizei hat Maßnahmen ergriffen

Auch die Polizei Dortmund selbst hat Maßnahmen ergriffen, um die Zahl der Wohnungseinbrüche zu senken. Mithilfe einer Software ist es möglich, Prognosen über zukünftige Einbruchsorte zu bekommen und anhand dieser vorbeugend für höhere Präsenz vor Ort zu sorgen.

Begünstigt durch das Anfang 2019 verabschiedete neue Polizeigesetz werden laut Bandermann auch vermehrt Strategische Fahndungen durchgeführt, bei denen verstärkt Personal der Polizei eingesetzt wird. Dies bliebe auch für mutmaßliche Einbrecher nicht unbemerkt, so Bandermann.

An der Strategischen Fahndung gibt es immer wieder Kritik. Zuletzt wurde eine größere Maßnahme in der Nordstadt abgeschlossen, nachdem es dort zu einer Massenschlägerei gekommen war. Ein Kritiker hatte in diesem Zusammenhang „Racial Profiling“ angeprangert – also die Kontrolle anhand äußerer Merkmale.

Bereits im Jahr 2015 richtete die Polizei Dortmund gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft mehrere Ermittlungskommissionen ein. Diesen gelang es, mehrere Einbrecherbanden zu überführen. In dem Zuge wurden Haftstrafen verhängt - nach Meinung der Polizei mit abschreckender Wirkung.

Zusammenspiel mehrerer Akteure

Letztlich sorge das Zusammenspiel von Bürgern, Polizei und anderen Sicherheitsbehörden dafür, dass ein Rückgang der Einbruchszahlen zu beobachten sei. Laut des sicherheitstechnischen Fachberaters der Dortmunder Polizei, Indra Naskar, seien die Einbruchszahlen trotz Rückgangs immer noch zu hoch. "Viele Bürgerinnen und Bürger haben ihre Türen und Fenster bereits gut gesichert. Aber daran müssen wir weiter arbeiten", so Naskar.

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