„Eine Klage ist vorbereitet“: Bürger kämpfen gegen Ausbau der Bahnunterführung in Sölde

mlzBürger klagen gegen Verwaltung

Die Bürger im Dortmunder Süden versuchen alles, um einen „großen“ Ausbau der Bahnunterführung in Sölde zu verhindern. Auch mit einer Klage. Das Ergebnis ist wichtig für ganz Dortmund.

Sölde, Sölderholz

, 18.09.2019, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Saal der Bezirksverwaltungsstelle im Aplerbecker Amtshaus platzte aus allen Nähten. Zur Sitzung der Bezirksvertretung Aplerbeck waren Bürger aus Sölderholz, Lichtendorf und Sölde geströmt. Teilweise mit Protestplakaten sowie mit einer Petition und über tausend Unterschriften im Gepäck.

Was war los? Es geht um den Ausbau der maroden Bahn-Unterführung an der Sölder Straße. Die soll umgebaut werden und eine neue Durchfahrtshöhe bekommen. Nämlich 4,20 Meter, was bedeutet, dass in Zukunft auch größere Lkw durch Sölde und Sölderholz fahren könnten.

Der Aufschrei in der Bezirksvertretung ist vielleicht die letzte Möglichkeit, auf „normalen“ Weg, den geplanten Ausbau zu verhindern. Zahllose Briefe gingen schon an die Verwaltung und die Deutsche Bahn. Die ließen sich jedoch nicht umstimmen. Jetzt also der Versuch, mit einer Petition noch einmal die Aplerbecker Politiker für das Thema zu sensibilisieren. Denn die Angst vor einem noch größeren Verkehrsaufkommen auf einer dann für Lkw frei befahrbaren Nord-Süd-Achse in Dortmund wächst.

„Eine Klage ist vorbereitet“: Bürger kämpfen gegen Ausbau der Bahnunterführung in Sölde

Sigrid Metz-Göckel, Uta Koenig und Lothar Thielmann überreichten Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel eine Petition. © Jörg Bauerfeld

Uta Koenig, die zusammen mit Sigrid Metz-Göckel und Lothar Thielmann Sprecher der Bürgerinitiative ist, verlas dann auch das von den Bürgern aufgesetzte Schriftstück. Sieben wichtige Aspekte sind darin enthalten, die die Lichtendorfer und Sölder umgesetzt haben wollen:

Eine Begrenzung der Durchfahrtshöhe der Unterführung auf 3,60 Meter: Denn man sei ja nicht gegen einen Ausbau in der Breite nur eben in der Höhe, so Lothar Thielmann. Zurzeit sind es 3 Meter - und da passt eben kein Lkw durch.

Durchfahrtsverbot für Lkw ab 7,5 Tonnen: Eine Forderung, der auch die Mitglieder der BV-Aplerbeck schon nachgekommen sind. Es gibt einen Beschluss, der die Tonnage auf der Sölder und Vellinghauser Straße begrenzt. Die Stadt muss diese nach dem Umbau umsetzen.

Allgemeinde Geschwindigkeitsbegrenzung durchgehend auf 30 km/h: Das soll hauptsächlich für die Sölder Straße gelten, an der es eine Schule, (bald) einen Kindergarten und eine Altenbegegnungsstätte gibt. Vor dem Kindergarten und der Schule ist Tempo 30 sicher. Die Stadt hat weitere Geschwindigkeitsbegrenzungen bislang abgelehnt.

Feste Radarstationen auf der Sölder und der Vellinghauser Straße: „Eine Idee, die man durchaus aufnehmen kann“, sagt Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel über den Vorschlag der Bürger. Ob sich das aber umsetzen lasse, läge nicht in der Hand der Bezirksvertretung.

Ampeln an der Einmündung Schlagbaumstraße: Eine Forderung der Bürger, die auf jeden Fall umgesetzt wird. Die Umbaupläne sehen diese Ampeln schon vor.

Einen weiteren ampelgesteuerten Fußgängerüberweg auf der Sölder Straße: Auch dieses Ansinnen der Bürger wurde von der BV durchaus positiv bewertet. Aber auch hier hat das letzte Wort die Stadt Dortmund.

Weitere Ausbau der Fahrradspuren: Fraglich, ob dies bei der aktuellen Straßenbreite möglich sein wird. Geprüft werden soll der Vorschlag der Bürger aber.

Wichtigster Punkt bleibt aber die Durchfahrtshöhe. Wenn es hier kein Zurückrudern seitens der Stadt Dortmund gibt, die für den Umbau federführend verantwortlich ist, wollen die Bürger rechtliche Schritte einleiten. „Eine Klage ist schon vorbereitet“, sagt Uta Koenig.

„Eine Klage ist vorbereitet“: Bürger kämpfen gegen Ausbau der Bahnunterführung in Sölde

Die Bürger müssen sich sputen, denn die Baustelle ist schon eingerichtet. © Jörg Bauerfeld

Die müsste aber schnell eingereicht werden, denn die Baustelle wird schon eingerichtet und im November soll schon die neue Unterführung in Betrieb gehen. Die alte ist im Übrigen baugleich mit weiteren maroden Unterführungen im Stadtgebiet. So soll beispielsweise auch die Unterführung an der Hagener Straße in Kirchhörde für Lkw erweitert werden. Sollten die Sölder mit ihrer Klage durchkommen, könnte die Entscheidung auch für die geplanten Arbeiten an anderen Unterführungen Konsequenzen haben.

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