Die Musiker Andreas Heuser (l.) und Kioomars Musayyebi bei der Aufzeichnung ihres Beitrags zur Weihnachtsmatinee des Dortmunder Jazzclubs Domicil. © Kurt Rade
Digitale Konzerte

Eine musikalische Dortmunder Weihnachtstradition bleibt trotz Corona erhalten

Viele Weihnachtstraditionen sind in diesem Jahr nicht möglich. Doch ein musikalischer Brauch in Dortmund wird beibehalten – auch ohne, dass die Menschen sich dabei begegnen.

Seit 48 Jahren gehört die Weihnachts-Jazz-Matinee des Live-Musik-Clubs Domicil zum festen Feiertagsprogramm für viele Dortmunder. Rund 1500 Menschen kommen normalerweise am zweiten Weihnachtstag ins Opernhaus und entdecken dort auf fünf Bühnen Jazz und Weltmusik.

Das ist in diesem Jahr nicht möglich. Ausfallen wird die Matinee aber trotzdem nicht.

Domicil verlegt die Matinee ins Internet

„Es gibt Leute, die haben noch nie eine Veranstaltung verpasst. Wir wollten uns deshalb nicht in die Knie zwingen lassen“, sagt Uwe Plath, Vorsitzender des Domicil e.V. Bereits seit einigen Wochen läuft die intensive Arbeit an einem digitalen Format, das am 26.12. (Samstag) ab 11 Uhr auf dem Youtube-Kanal des Domicil in möglichst viele Wohnzimmer übertragen werden soll.

Zwar fehlt eine wichtige Komponente – das Sehen-und-gesehen-werden im Umfeld von Jazz-Musik. „Es ist normalerweise ein gesellschaftliches Ereignis, über die Menschen hinaus, die sich normalerweise für das Domicil interessieren“, sagt Uwe Plath. Ein weiterer Aspekt: Bei der Weihnachts-Jazz-Matinee kommen viele Spenden zusammen, mit denen die musikalische Nachwuchsbildung des Jazz-Clubs an der Hansastraße finanziert wird.

Konzerte auf fünf Bühnen mit professionellem Digital-Regisseur

Doch zumindest musikalisch glaubt Uwe Plath die fehlende physische Präsenz ausgleichen zu können. Seit November arbeitet das Domicil-Team gemeinsam mit dem Regisseur Alvaro Schoeck aus der Schweiz an einem digitalen Konzertprogramm.

Dabei wird es fünf Bühnen geben, auf denen unterschiedliche Spielarten des Jazz und Weltmusik präsentiert werden. Dabei zeigen sich Musiker aus den jungen Initiativen „Play your own thing“ in Zusammenarbeit mit der Glen-Buschmann-Jazzakademie und „Jazzlab“.

Außerdem auf der Bühne: Weltmusik mit Andreas Heuser und Kioomars Musayyebi sowie experimentelle Musik, bei der sich Beatboxing und Vokal-Jazz treffen.

Auftritt wurden hintereinander im großen Saal des Domicil aufgezeichnet

Es wird jeweils rund 10-15-minütige Konzertsequenzen geben. Die Moderation dazwischen übernehmen Michael Kalthoff-Manke und Lina Knörr. Die Live-Auftritte wurden bereits ab November mit drei Kameras und großem Abstand im Saal des Domicil aufgenommen.

In großem zeitlichen Abstand und nach gründlicher Zwischenreinigung kamen die Musiker in den geschichtsträchtigen Jazz-Club an der Hansastraße.

Das Domicil kündigt an, in den nach wie vor für die Konzertbranche sehr unsicheren nächsten Wochen verstärkt auf solche digitalen Formate setzen zu wollen.

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth

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