Eine Nacht als Türsteher

Diskothek Village

DORTMUND Mitternacht. Vor dem Eingang der Diskothek „Village“ zittert das Partyvolk im Takt – nicht nur wegen der kalten Temperaturen – denn der Weg zur Partynacht führt nur über Tim Dekowski (32). Er ist Türsteher.

von Von Daniel Müller

, 24.10.2009, 10:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
An der Tür gibt's keine Diskussionen.

An der Tür gibt's keine Diskussionen.

Mit einem geschulten Blick wird aussortiert. „Die Macht ist aber nicht mehr die Tür“, sagt Tim.  Die Vorgaben werden von der Geschäftsführung gemacht. Tim Dekowski, der diplomierte Sportlehrer, ist seit 16 Jahren im Sicherheitsgeschäft. Mit seiner Firma „Accept Security“ betreut er allein in Dortmund drei Diskotheken.   Seit zwei Jahren das Village. „Der Job des Türstehers hat sich in den letzten Jahren verändert“, sagt der 32-Jährige. Weg vom „Prügel-Prinzen-Image“, hin zum Entertainer des Party-Publikums. Der Andrang ist groß – um halb eins. Wieder ein Einlass-Stopp. Die Gäste warten ungeduldig. Direkt hinter der Tür staut sich das Partyvolk vor der Garderobe. Tim Dekowski macht auf Smalltalk, deutet auf die Kette einer jungen Schönheit hin. „Ist dein Freund ’Lucky‘ (Anm. d. Red.: der Name auf der Kette) nicht sauer, wenn du alleine feiern gehst?“, fragt er. Das Mädchen kontert: „Das ist mein toter Hund“. Stille. „Wer trägt denn seinen toten Hund um den Hals?“ Gelächter. „Das meiste lösen wir durch lockere Gespräche“, so Tim Dekowski.

Um zwei Uhr wird es vor der Tür ruhiger. Azzis verlässt seinen Posten, dreht jetzt seine Runden durch die Diskothek. Die Beats dröhnen, die Tanzfläche bebt. Eine Stunde später verlässt ein Großteil der Gäste das Village. Um fünf Uhr ist für alle Schluss. Die Türsteher winken die letzten Gäste hinaus. Feierabend. Bis zum nächsten Feier-Abend. 

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