Eine „provisorische“ Ampel steht seit fast zwei Jahren in Dortmund. Und kostet Geld.

mlzDefekte Ampel

Eine Ampel fällt aus, eine neue muss her. Zwischenzeitlich soll ein „Provisorium“ helfen. Doch an einer Kreuzung in Dortmund steht das „Provisorium“ seit fast zwei Jahren. Das geht ins Geld.

Nordstadt

, 10.12.2019, 11:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn man die Bedeutung des Wortes „provisorisch“ nachschlägt, findet man Begriffe wie „vorläufig“ und „behelfsmäßig“. In manchen Definitionen steht auch „einstweiliger Notbehelf“ oder „nur zur Überbrückung eines noch nicht endgültigen Zustands dienend“.

Die Ampel, um die es hier geht, gilt als provisorische Ampel. Von einer „vorläufigen“ Einrichtung kann allerdings keine Rede sein. Denn die provisorische Ampel steht an dieser Stelle seit fast zwei Jahren. Und das kostet mittlerweile viel Geld.

Für alte Ampel gab es keine Ersatzteile mehr

Am 27. Februar 2018 war die Ampelanlage ausgefallen, die an der Ecke Münsterstraße/Lortzingstraße steht. Für die alte Ampel, die im Jahr 1987 installiert worden war, gibt es seit Mitte der 90er-Jahre keine Ersatzteile mehr. Deshalb wurde eine Erneuerung beschlossen.

Eigentlich sollte die Ampel im Sommer 2019 erneuert werden. Aber das „Provisorium“ steht immer noch da. Das Problem, das schon vor über einem Jahr bekannt war: Eine neue Ampelanlage muss auch mit der Bahnübergangssicherung verbunden werden. Denn an der Stelle, an der man links abbiegt, fährt die Stadtbahn mit den Linien U41, U45 und U49. Ohne Ampelsicherung gäbe es dort Unfälle.

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„Nach dem Ausfall der Lichtsignalanlage an der Kreuzung Münsterstraße / Lortzingstraße ist die Errichtung einer Neuanlage ausgeschrieben worden und der Auftrag wurde auch bereits im Mai 2019 erteilt“, erläutert Pressesprecher Christian Schön die aktuellen Gegebenheiten.

Für "nur provisorisch" hat diese Ampel eine lange Arbeitszeit.

Für "nur provisorisch" hat diese Ampel eine lange Arbeitszeit. © Martina Niehaus

Für die neue Aufbau muss DSW21 Technik verändern

Laut Tiefbauamtsleiterin Sylvia Uehlendahl habe die neue Ampel aber noch nicht aufgebaut werden können. Denn, so Schön: „Es liegt daran, dass die DSW21 für die Neuausrichtung der Lichtsignalanlage Veränderungen an der Stellwerktechnik vornehmen muss.“ Diese Technik, die mittlerweile auch älter ist, sei nicht ohne weiteres mit einer neuen Ampelanlage kompatibel.

Diese Leistungen seien ebenfalls ausgeschrieben worden. Der Pressesprecher: „Ihre Umsetzung ist für das Frühjahr 2020 geplant. Im Anschluss daran kann dann zeitnah die neue Lichtsignalanlage errichtet werden.“

Fakt ist: Die provisorische Ampel ist teuer. Sie kostet knapp 2000 Euro im Monat. Und das läppert sich irgendwann. „Die Kosten für das Provisorium belaufen sich auf ca. 30.000 Euro“, schreibt Christian Schön auf Anfrage. Und er räumt ein: „Bei dieser Anlage handelt es sich um eine Spezialsituation, die so oft in Dortmund nicht vorkommt.“

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