Nach dem Tod von Ulrich Monegel (CDU) wird das Amt des dritten Bürgermeisters in Dortmund bald wieder besetzt – mit einer Frau. © Stephan Schütze
Kommunalpolitik

Eine Sportlerin wird neue Bürgermeisterin in Dortmund

Nach dem Tod von Bürgermeister Ulrich Monegel im Dezember hat die CDU-Fraktion jetzt eine Nachfolgerin ausgeguckt. Viele kennen sie nicht nur aus der Politik, sondern auch vom Sport.

Die Schock-Nachricht über den plötzlichen Tod von Bürgermeister Ulrich Monegel hallt bei der CDU-Fraktion im Dortmunder Rat immer noch nach, doch das politische Geschäft muss weitergehen.

Monegel, den der Rat zum dritten Stellvertreter von Oberbürgermeister Thomas Westphal gewählt hatte, ist am 7. Dezember verstorben. Jetzt im neuen Jahr war es für die CDU-Fraktion, die das Zugriffsrecht auf dieses Amt hat, an der Zeit, seine Nachfolge zu regeln.

Ute Mais soll dritte Bürgermeisterin werden neben Norbert Schilff (SPD) und Barbara Brunsing (Grüne). Darauf haben sich am Montagabend (18.1.) in einer digitalen Sitzung die 20 Fraktionsmitglieder auf Vorschlag des Vorstands verständigt.

Die 57-Jährige ist seit 2015 Mitglied im Stadtrat und hat bereits zweimal ihren Wahlkreis in Sölde/Sölderholz/Lichtendorf direkt geholt. Ihr Name war auch schon gehandelt worden, als noch nicht feststand, dass Monegel dritter Bürgermeister werden sollte.

Mais: „Bin mir der großen Ehre bewusst“

„Es hat viel Zustimmung für Ute Mais in der Fraktion gegeben“, teilte Fraktionschef Dr. Jendrik Suck auf Anfrage mit. „Sie ist nah am Menschen, als sportpolitische Sprecherin der Fraktion in der Vereinslandschaft gut vernetzt und bringt das mit, was es für das Amt braucht.“ Viele in Dortmund kennen Ute Mais auch als Sportlerin. Sie ist freiberuflich in Sportvereinen für den Kinder-, Reha- und Seniorensport tätig.

„Es sind tragische Umstände“, sagt Mais mit Hinweis auf den Tod ihres Vorgängers. „Aber ich kann mir vorstellen, dass ihm das auch zugesagt hätte, und ich freue mich über das Vertrauen meiner Fraktion. Ich bin mir der großen Ehre und Verantwortung bewusst.“

Ute Mais war von Armin Laschets Rede tief berührt.
Ute Mais war von Armin Laschets Rede tief berührt. © Archiv © Archiv

Auch ihr erster Gedanke, als sie von dem neuen Amt erfuhr, galt einem Verstorbenen: ihrem Mann, Volker Mais, früher stellvertretender Bezirksbürgermeister von Aplerbeck, der vor knapp zwei Jahren einer schweren Krankheit erlegen ist. „Volker wäre ganz stolz auf mich gewesen“, sagt Mais.

Die CDU-Fraktion will am 1. Februar noch einen offiziellen Beschluss fassen, ehe der Rat über den Personal-Vorschlag in seiner Sitzung am 11. Februar abstimmt. Doch das gilt als Formsache.

Schwerpunkt ist die Vernetzung

„Ich würde dann wie Norbert Schilff und Barbara Brunsing grundsätzlich den Oberbürgermeister vertreten, doch mein Schwerpunkt ist die Vernetzung“, sagt Ute Mais. Sie beschreibt sich selbst als Kümmerin und Netzwerkerin: „Ich bin schnell im Thema und höre zu.“

Mais ist auch Mitglied der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) und der Frauenunion (FU). Dass die Wahl auf sie gefallen ist, wertet sie als Zeichen, „dass man auch als Frau in der CDU etwas werden kann“.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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